Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zum Asylpaket II

Seele nicht außen vor lassen

Von Jana Kötter Veröffentlicht:

Nie zuvor kamen so viele Flüchtlinge nach Deutschland wie im vergangenen Jahr. Die Einstufung, wer von ihnen schutzbedürftig ist, braucht medizinische Expertise - um körperliche und seelische Leiden zu attestieren.

Dass mit dem neuen Asylpaket II nur noch erstere eine Abschiebung verhindern können, muss angesichts der Datenlage überdacht werden: 70 Prozent der Flüchtlinge wurden laut Bundespsychotherapeutenkammer Zeugen von Gewalt, 35 Prozent waren in Gefangenschaft.

Mehr als 40 Prozent leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS). Für die Betroffenen, das besagt die S3-Leitlinie PTBS, reicht eine Psychopharmakotherapie allein nicht aus.

Doch werden sie in ihre Herkunftsregionen abgeschoben, so finden die Patienten dort nur in Ausnahmefällen ein Gesundheitssystem, das die Voraussetzungen für eine erfolgreiche psychotherapeutische Behandlung schafft.

Sollen zukünftig nur noch "schwerwiegende Krankheiten" ein Abschiebe-Hindernis sein, so ist das angesichts der begrenzten Ressourcen des eigenen Systems sicher ein angemessener Schritt.

Psychische Erkrankungen dürfen dabei aber nicht bagatellisiert werden. Denn mit einem Blick auf das erhöhte Suizidrisiko wird auch die PTBS zum lebensbedrohenden Leiden.

Lesen Sie dazu auch: Asylpaket II: BÄK kritisiert Gesetz zur vereinfachten Abschiebung

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie kommuniziert man Zahlen und Risiken verständlich, Dr. Lühnen?

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Lesetipps
Schatten eines übergewichtigen Menschen an einer Wand.

© Luluraschi / stock.adobe.com

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Fußballfans im Stadion jubeln.

© Jacob Lund / stock.adobe.com

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht