Prävention und COVID-19

Spahn: Bis Februar Corona-Impfung für alle Heimbewohner

Spätestens bis Mitte Februar soll ein wichtiges Etappenziel der COVID-19-Impfkampagne erreicht sein: die Vakzinierung der besonders vulnerablen Heimbewohner und deren Pflegekräfte, so Gesundheitsminister Jens Spahn. Und: Bis zum Sommer soll allen Bundesbürgern ein Impfangebot gemacht werden können.

Von Helmut LaschetHelmut Laschet Veröffentlicht:
„Die aktuelle Knappheit an COVID-19-Impfstoffen liegt nicht an unzureichenden Bestellmengen“, stellte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch auf einer Pressekonferenz zum Zwischenstand der Impfungen klar.

„Die aktuelle Knappheit an COVID-19-Impfstoffen liegt nicht an unzureichenden Bestellmengen“, stellte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch auf einer Pressekonferenz zum Zwischenstand der Impfungen klar.

© Kay Nietfeld/dpa

Berlin. „Die aktuelle Knappheit an COVID-19-Impfstoffen liegt nicht an unzureichenden Bestellmengen, sondern an weltweit knappen Produktionskapazitäten.“ Mit diesen Worten hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch Kritik am Bestell-Management der EU und seines Ministeriums zurückgewiesen. Zusammen mit dem Moderna-Impfstoff, für den die EU am heutigen Mittwoch die Zulassung erteilt hat, stehen dieses Jahr für Deutschland allein über 130 Millionen Impfdosen zusammen mit dem BioNTech-Präparat zur Verfügung.

Nach dem Anfang Dezember mit den Bundesländern vereinbarten Verteilplan sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bis Ende Dezember 1,34 Millionen Impfdosen ausgeliefert worden. Nach diesem Plan werden jede Woche knapp 670.000 weitere Dosen bis Ende der siebten Kalenderwoche (16. Februar) ausgeliefert. Das wären für den gesamten Zeitraum 5,35 Millionen Dosen. Bis spätestens Mitte Februar, in den meisten Bundesländern bis Ende Januar, werde es gelingen, ein wichtiges Etappenziel zu erreichen: den Impfschutz der besonders vulnerablen Gruppe der Heimbewohner und des Pflegepersonals.

Impfempfehlung für das Personal

Spahn bestätigte in diesem Zusammenhang, „anekdotische Berichte“ über mangelnde Akzeptanz der Impfung beim Pflegepersonal erhalten zu haben. Das werde man nachvollziehen müssen. Erfahrungen mit der Grippeschutzimpfung belegten die „sehr unterdurchschnittliche Teilnahme von Pflegepersonal“ an der Influenza-Schutzimpfung. Dabei sei medizinischem und pflegerischem Personal dringend empfohlen, sich impfen zu lassen.

Mit der Zulassung des Moderna-Impfstoffes durch die EU-Kommission stehen europaweit weitere 160 Millionen Dosen in diesem Jahr zur Verfügung. Davon entfallen nach Angaben Spahns 50 Millionen Dosen auf Deutschland. Zusammen mit der BioNTech-Vakzin sind es mehr als 130 Millionen Dosen für Deutschland in 2021.

Lieferstart für Moderna-Impfstoff nächste Woche

Mit dem Start der Lieferung des Moderna-Präparats rechnet Spahn in der nächsten Woche. Aufgrund der sukzessive anlaufenden Produktion sei im ersten Quartal jedoch nur eine Lieferung von zwei Millionen Dosen aus der Herstellung von Moderna zu erwarten. Dieser Impfstoff sei, da er nur bei minus 20 Grad gelagert werden muss, in der Logistik einfacher zu handhaben als das BioNTech-Präparat, das eine Kühlung von minus 70 Grad erfordert.

Eine „massive Ausweitung“ der Produktionskapazität bei BioNTech werde durch die Inbetriebnahme des Standortes Marburg, der von Novartis übernommen worden war, möglich. Damit sei, so Spahn, voraussichtlich im Februar zu rechnen. Die neue Anlage befindet sich zur Zeit im Genehmigungsverfahren bei der zuständigen Bezirksregierung in Kassel und beim Paul-Ehrlich-Institut.

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