Beschlussvorlage

Spahns Ministerium will mehr Impfangebote für Jugendliche

Obwohl es nach wie vor keine generelle Impfempfehlung der STIKO gibt, sollen nach Plänen des BMG alle Bundesländer Corona-Impfungen für Zwölf- bis 17-Jährige anbieten. Vorrangig in den Impfzentren, aber auch Praxen und Betriebsärzte sollen einbezogen werden.

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Ein 15-Jähriger erhält beim Hausarzt seine erste Corona-Impfung. Derzeit empfiehlt die STIKO die Impfung nur für Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen. (Archivbild)

Ein 15-Jähriger erhält beim Hausarzt seine erste Corona-Impfung. Derzeit empfiehlt die STIKO die Impfung nur für Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen. (Archivbild)

© Oliver Berg / dpa / picture alliance

Berlin. Jugendliche sollen nach einem Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums in allen Bundesländern Corona-Impfangebote bekommen. Das geht aus einem Entwurf für einen Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz an diesem Montag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Zuvor hatte die „Bild am Sonntag“ darüber berichtet. „Eine entsprechende ärztliche Aufklärung sowie eine ggf. notwendige Zustimmung der Sorgeberechtigten werden dabei sichergestellt“, heißt es in dem Entwurf.

Einige Länder planen Impfaktionen an Schulen

„Es werden nunmehr alle Länder Impfungen für Zwölf- bis 17-Jährige in den Impfzentren anbieten“, schreibt das Ministerium in dem an die Länder versendeten Beschlussvorschlag. Auch niedergelassene Ärzte und Betriebsärzte, die Angehörige impften, könnten eingebunden werden. In einigen Ländern sind bereits Impfaktionen etwa an Schulen geplant. Das Impftempo bei Erwachsenen hatte sich zuletzt verlangsamt.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für den Impfstoff von Moderna. Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung trotz heftigen politischen Drucks bisher jedoch nur vor allem Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes oder Adipositas, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben.

Als Gründe nannte die Stiko noch fehlende Daten zur Sicherheit des Impfstoffs. Eine Aktualisierung der Impfempfehlung könne es erst dann geben, wenn aussagekräftige Daten für diese Altersgruppe zum Risiko durch die Impfung und zum Risiko durch die Corona-Variante Delta vorlägen, betonte der STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens kürzlich.

Kinderärzte fordern Klarheit von STIKO

Indes fordern Kinderärzte vor dem beginnenden Schuljahr eine klare Corona-Impfempfehlung für ab 12-Jährige. „Wir erwarten, dass sich die STIKO erneut und möglichst zeitnah äußert“, sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, am Samstag der „Ärzte Zeitung“.

Für junge Erwachsene sollen die Länder „niedrigschwellige Angebote“ in Universitäten, Berufsschulen und Schulen machen, so der Beschlussentwurf für Montag. „Dies kann maßgeblich zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen.“

Auffrischimpfung für bestimmte Gruppen

Für bestimmte Gruppen schlägt das Bundesgesundheitsministerium zudem Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus ab September vor. Erste Studienergebnisse wiesen darauf hin, dass es bei ihnen zu einem verminderten oder schnell nachlassenden Schutz nach einer Impfung kommen könne, heißt es in dem Entwurf. „Dies gilt insbesondere für die Gruppe relevant immungeschwächter Patientinnen und Patienten sowie für Höchstbetagte und Pflegebedürftige.“

Die Länder sollen deshalb laut Entwurf mobile Impfteams unter anderem in Pflegeeinrichtungen schicken. Menschen mit einer Immunschwäche oder in häuslicher Pflege sollen demnach von ihren Ärzten eine Auffrischimpfung angeboten bekommen. Diese Impfungen sollen mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe erfolgen, also mit den Vakzinen von BioNTech/Pfizer und Moderna.

Wer mit einem Vektor-Impfstoff von Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurde, dem soll zudem eine weitere Impfung mit dem mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer angeboten werden. (dpa/eb)

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