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Chirurgen fordern

Ultraschall-Screening auf Bauchaortenaneurysma!

Veröffentlicht:

BERLIN. Ein Bauchaortenaneurysma zählt zu den typischen Krankheiten von Männern über 65 - und ist bei ihnen eine häufige Todesursache.

Bei einer Ruptur kommt für 80 Prozent der Betroffenen jede Hilfe zu spät, erinnert die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) im Vorfeld des 131. Chirurgenkongresses. Rund 200.000 Menschen in Deutschland haben ein Bauchaortenaneurysma.

Chirurgen fordern deshalb eine gesetzliche Ultraschall-Untersuchung zur Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen für alle Männer ab dem 65. Lebensjahr sowie für besonders gefährdete Personengruppen.

Raucher und Ex-Raucher sind besonders gefährdet

Internationale Erfahrungen zeigen, dass ein Screening der Bauchschlagader die Zahl der Todesfälle sowie der Notoperationen um fünfzig Prozent senkt.

"Wir plädieren deshalb dafür, eine solche Untersuchung in Deutschland als kassenärztliche Leistung einzuführen", wird Professor Eike Sebastian Debus zitiert, Direktor am Universitären Herzzentrum Hamburg und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG).

Nach dem Vorbild der USA empfiehlt Debus eine einmalige Ultraschall-Untersuchung für alle Männer ab dem 65. Lebensjahr. Dies gelte besonders für Raucher und Ex-Raucher.

Auch Frauen sollten ab dem 65. Lebensjahr einmalig per Ultraschall untersucht werden, sofern sie rauchen, geraucht haben oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei ihnen oder in ihrer Familie bekannt sind.

Als weitere Risikogruppe, die zum Screening gehen sollte, nennt Debus Männer und Frauen jeden Alters mit bereits bekannten Bauchaortenaneurysmen in der Familie.

"Sehr sinnvolle und effektive Maßnahme"

Ergibt der Ultraschall keine Auffälligkeiten, bleibt es meist bei einer einzigen Untersuchung. Lediglich bei Auffälligkeiten muss weiter in Intervallen kontrolliert werden. "Wir halten das für eine sehr sinnvolle und effektive Maßnahme", wird Debus in der Mitteilung der DGCH zitiert.

Das Screening auf Bauchaortenaneurysmen sei damit deutlich kostengünstiger als etwa das Brustkrebs-Screening oder die Vorsorge für Dickdarm- oder Prostatakrebs."

Hinzu komme, dass in Deutschland ein solches Screening flächendeckend von allen Medizinern vorgenommen werden kann, die in Ultraschall-Untersuchungen erfahren sind. "Wir fordern explizit keine Beschränkung dieser Untersuchung auf Gefäßspezialisten", so Debus. "Ultraschallgeräte und Expertise sind überall verfügbar." (eb)

Weitere Infos zum Kongressprogramm: www.chirurgie2014.de

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