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Kommentar

Vom Kinderarzt zum Sozialarbeiter

Raimund SchmidVon Raimund Schmid Veröffentlicht:

Die zentrale Botschaft der Kinder- und Jugendärzte bei ihrem diesjährigen Herbst-Kongress in Bad Orb war ernüchternd: In der pädiatrischen Praxis ist heute bei immer mehr Kindern eher der Sozialarbeiter gefragt als der Mediziner. Dafür werden neue Versorgungs- und Finanzierungsstrukturen gesucht.

Die von den Pädiatern eingeforderte Sozialpädiatrievereinbarung wäre eine denkbare Lösung, da darüber auch nicht medizinische Leistungen abgerechnet werden könnten. Immerhin liegt mit der Sozialpsychiatrievereinbarung ein Modell vor, das den Kinder- und Jugendpsychiatern genau diejenigen interdisziplinären Therapieoptionen eröffnet, die sich jetzt auch die Pädiater wünschen.

Allerdings ist die Frage, ob und wie das finanziert werden kann. Immerhin erhält die relativ kleine Gruppe von Kinder- und Jugendpsychiatern eine satte Quartalspauschale pro Kind. Zudem sollte eine analoge Vereinbarung für die ungleich größere Gruppe der Kinderärzte auch durch Steueranteile finanziert werden. Es kann nicht sein, dass gesamtgesellschaftliche Fehlentwicklungen bei Kindern künftig finanziell allein bei den Krankenkassen abgeladen werden.

Lesen Sie dazu auch: Kinderärzte fordern Zuschläge für Sozialpädiatrie

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