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Krieg in Nahost

WHO: Notlage zwingt im Gaza-Streifen zu unnötigen Amputationen

Mangelnde Erreichbarkeit von Kliniken, fehlende Gefäßchirurgen und überfüllte OP-Säle: Viele Gründe führen im umkämpften Gaza-Streifen zur Abnahme von Gliedmaßen, die gerettet werden könnten.

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Viele Verletzte im Gaza-Streifen erreichen Krankenhäuser wegen der andauernden Kämpfe zu spät.

Viele Verletzte im Gaza-Streifen erreichen Krankenhäuser wegen der andauernden Kämpfe zu spät.

© Ashraf Amra / Anadolu / picture alliance

Genf. Im Gazastreifen müssen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zahlreiche Amputationen vorgenommen werden, obwohl die Gliedmaßen eigentlich gerettet werden könnten. Dafür gebe es viele Gründe, sagten der WHO-Vertreter für die Palästinensischen Gebiete, Rik Peeperkorn, und der Koordinator der WHO-Notärzteteam, Sean Casey, am Dienstag. Sie sprachen über eine Videoschaltung aus Jerusalem und Rafah im Süden des Gazastreifens mit der Presse in Genf.

Oftmals kämen die Verletzten zu spät an, weil sie die Krankenhäuser wegen andauernder Kämpfe nicht früher erreichen könnten, sagte Casey. Dort fehlten Spezialisten, etwa Gefäßchirurgen. Wegen der großen Not seien Krankenhäuser zudem überfüllt und Operationssäle für lebensrettende Operationen belegt. „Ich habe noch nie so viele Amputierte gesehen, auch viele Kinder“, sagte Peeperkorn.

Frisch Amputierte betteln um Essen und Wasser

Casey berichtete aus Rafah, frisch Amputierte bettelten in ihren Betten um etwas Essen oder Wasser. Die Lieferungen reichten nicht aus, um alle Menschen zu erreichen, vor allem im Norden des Gebiets. „Dort haben alle Hunger“, sagte er. Nach Angaben von Peeperkorn funktionieren zur Zeit 15 der einst 36 Krankenhäuser teilweise. Zudem gebe es drei Feldlazarette. Die WHO-Vertreter verlangten wie seit Wochen eine Feuerpause zur besseren Versorgung der Menschen.

Palästinensische Terrorgruppen haben am 7. Oktober Israel überfallen und rund 1.200 Menschen getötet sowie 240 Menschen verschleppt. Israel bekämpft sie seitdem mit massiven Angriffen. Nach palästinensischen Angaben sind im Gazastreifen seit Oktober mehr als 23.000 Menschen ums Leben gekommen - ein Prozent der Bevölkerung. Mehr als 50.000 sind nach WHO-Angaben teils schwer verletzt. (dpa)

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