SARS-CoV-2

Weitere Potsdamer Klinik nimmt keine schweren Corona-Fälle mehr auf

Der Corona-Ausbruch im Ernst-von-Bergmann-Klinikum stellt die Versorgung in Potsdam auf die Probe. Wegen erhöhtem Patientenaufkommen nimmt nun auch das katholische St. Joseph-Krankenhaus keine intensivpflichtigen COVID-19-Patienten mehr auf.

Veröffentlicht: 17.04.2020, 17:23 Uhr

Potsdam. In Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam ist nun auch das katholische St. Joseph-Krankenhaus von den Folgen des Corona-Ausbruchs im Ernst-von-Bergmann-Klinkum betroffen. Die Klinik stoppte am Mittwochabend die Aufnahme intensivpflichtiger Covid-19-Patienten. Sie werden nunmehr an das Versorgungscluster Corona Westbrandenburg (VCC West) weitergeleitet. Für andere Notfälle bleibt die Notaufnahme des St. Josefs-Krankenhauses aber weiter in Betrieb. „Die Menschen der Stadt erwarten von uns zu Recht, dass wir mit ganzer Kraft daran arbeiten, die medizinische Versorgung aller Patienten sicherzustellen“, sagte der Regionalgeschäftsführer des vom Orden der Alexianer getragenen Krankenhauses, Oliver Pommerenke.

Notaufnahme derzeit dreimal so stark belastet wie normal

Das 244 Betten umfassende Krankenhaus ist zusammen mit der evangelischen Oberlinklinik und dem Evangelischen Zentrum für Altersmedizin alleine für die Versorgung der Landeshauptstadt zuständig, seit das Ernst-von-Bergmann-Klinikum am 1. April wegen eines massiven Corona-Ausbruchs vom Netz ging. „Keiner von uns hat damit gerechnet, dass das Bergmann-Klinikum als Schwerpunktversorger auf unabsehbare Zeit ausfällt“, sagte Pommerenke. Die Notaufnahme des St. Josephs-Krankenhauses werde derzeit drei Mal so stark belastet, wie normal.

Streit um Herausgabe der Daten

Zwischen dem Bergmann-Klinikum und der Stadt gibt es unterdessen Streit um die Herausgabe von Daten zum dortigen Infektionsgeschehen. Die Stadt hat ihr städtisches Klinikum laut einem Bericht der „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ unter Androhung eines Zwangsgeldes von 50.000 Euro angewiesen, alle verfügbaren Daten zum Corona-Ausbruch herauszugeben. Dabei handelt es sich vor allem um die sogenannte Linelist, die auch den Experten des Robert Koch-Instituts nicht vorlag, als diese am vergangenen Wochenende auf Bitten der Landesregierung die Klinik begutachteten. Mehrere angekündigte Pressekonferenzen der Stadt zur Lage im Bergmann-Klinikum wurden unterdessen kurzfristig abgesagt. (lass)
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