Mecklenburg-Vorpommern

Zahl angestellter Ärzte fast verdoppelt

Die Zahl der Praxisinhaber ist seit fünf Jahren fast konstant – bei Angestellten sieht das völlig anders aus.

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SCHWERIN. In Mecklenburg-Vorpommern wächst die Zahl der angestellten Ärzte in der ambulanten Versorgung massiv, die der Praxisinhaber dagegen kaum. Für Allgemeinmediziner gibt es zudem viele freie Stellen bei steigender Tendenz – viele Hausärzte erreichen demnächst das Rentenalter.

Dies geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage von Landtagsabgeordneten der Fraktion Die Linke hervor. Die Regierung stützt sich dabei auf Zahlen der KV von Ende Januar.

Danach sind aktuell 2993 Ärzte und vertragsärztliche Psychotherapeuten im Nordosten in der ambulanten Versorgung tätig, von denen 2449 eine eigene Niederlassung haben und 544 angestellt arbeiten.

Zum Vergleich: Fünf Jahre zuvor betrugen diese Zahlen noch 2378 in eigener Niederlassung und 285 in der Anstellung. Das heißt: Die Zahl der angestellten Ärzte ist in diesem Zeitraum um 91 Prozent gestiegen, die in eigener Niederlassung aber nur um drei Prozent. Unter dem Strich ist die Zahl der in der ambulanten Versorgung tätigen Ärzte damit zwar um zwölf Prozent angestiegen, der Arbeitsumfang der tätigen Ärzte wurde aber nicht erfasst.

Fest steht, dass viele der jetzt noch tätigen Ärzte in den kommenden fünf Jahren das Rentenalter erreicht haben. Bei den Allgemeinmedizinern, die im Landesdurchschnitt über 54 Jahre alt sind, gilt dies für 148 Ärzte. Bei den Internisten (Durchschnittsalter: 52,6 Jahre) sind es 51, bei den Gynäkologen (52,8 Jahre) 40 Mediziner.

Deutlich jünger als die anderen Fachgruppen sind Augenärzte mit durchschnittlich 41,5 Jahren. Nur 16 Ärzte aus dieser Fachgruppe erreichen in den nächsten fünf Jahren das Rentenalter. Bei den Pädiatern sind dies 28, bei den HNO-Ärzten 19. Zurzeit gibt es landesweit 128 Zulassungsmöglichkeiten für Hausärzte, aber nur eine für Augenärzte, zwei für HNO-Ärzte und eine halbe für Pädiater. Internistische Zulassungen sind derzeit nicht frei.

Die Initiatoren der Anfrage interpretieren die Zahlen als "dringenden Handlungsbedarf" und fordern, Studienplätze bevorzugt an Bewerber zu vergeben, die im ländlichen Raum in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten wollen.(di)

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