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Zentrum für Gedächtnisstörungen an Uniklinik Köln

Eine enge, inderdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärzten ist Fundament einer neuen Einrichtung für Demenzpatienten in Köln.

Veröffentlicht:

KÖLN. Mediziner der Uniklinik Köln wollen die Behandlung von Patienten mit Demenzerkrankungen verbessern. Ziel des neugegründeten Zentrums für Gedächtnisstörungen (ZfG) ist es, die Behandlung durch die Kombination von Grundlagenmedizin, differenzierter Diagnostik und alternativen Therapieansätzen effektiver zu machen.

"Demenz ist nicht gleich Demenz", sagt Professor Frank Jessen, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie und Sprecher des ZfG.

Demenzähnliche Zustände treten beispielsweise auch bei neurologischen Erkrankungen wie einer Depression und einem Hirntumor auf. Anders als bei Alzheimer kann man in diesen Fällen auf die Ursachen eingehen und damit auch die Demenz heilen, so Jessen. Deshalb sei es wichtig, die Ursachen genau zu erforschen, um eine möglichst detaillierte Diagnose erstellen zu können.

In Deutschland wird laut der deutschen Alzheimer Gesellschaft in Zukunft mit jährlich etwa 300 000 Demenz-Neuerkrankungen gerechnet. Viele Patienten wünschen sich eine zeitige Abklärung und frühe Behandlung.

Durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit aus Neuropsychologen, Psychiatern, Neurologen und Nuklearmedizinern sowie Vertretern aus der klinischen Chemie erhofft sich Jessen ein besseres Verständnis.

Nachdem der Patient im zentralen Anmeldesystem erfasst wurde und eine Erstuntersuchung durch einen Neurologen oder Psychiater erfolgt ist, entscheiden im ZfG alle Beteiligten über die weitere Vorgehensweise. Sie besprechen in wöchentlichen Meetings die Patientendaten und erstellen zusammen eine Diagnose und einen Therapieplan.

Außerdem wollen die Forscher in Zusammenarbeit mit der Memory Clinic Jülich und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen Grundlagen- und Therapiestudien anstrengen, um die Früherkennung zu verbessern und die Behandlung effektiver zu gestalten, berichtet Jessen. Die Therapie wird sich weg vom grobschlächtigen Ansatz hin zu einem molekularen verändern, erwartet er. Erste Ergebnisse erwartet Jessen in ein bis zwei Jahren.

Dabei versteht sich das ZfG nicht als Beratungsstelle für niedergelassene Ärzte. Das Zentrum setzt aber auf Transparenz: Die Ergebnisse aus der Forschung und Behandlung präsentieren die Mediziner auf jährlichen Symposien.

Dort können sich niedergelassene Ärzte informieren und mit den Spezialisten über aktuelle Entwicklungen diskutieren. (noe)

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