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Corona-Pandemie

Zwei Millionen Krebs-Op nicht vorgenommen?

Eine Studie geht allein in Großbritannien aufgrund der Corona-Pandemie von etwa 36.000 verschobenen Eingriffen aus.

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Birmingham. Hochrechnungen von Wissenschaftlern zufolge könnten infolge der Corona-Pandemie weltweit geschätzt rund 30 Millionen geplante Operationen verschoben oder abgesagt werden. Das geht aus einer Analyse der Universität Birmingham hervor. Die Werte gelten dabei nur unter bestimmten Voraussetzungen, etwa der, dass die Kliniken im Mittel drei Monate unter höchster Belastung stehen.

Betroffen vom pandemiebedingten Aufschub sind demnach vor allem orthopädische Eingriffe wie das Einsetzen künstlicher Knie- und Hüftgelenke. Doch die Wissenschaftler rechnen auch damit, dass es weltweit gut zwei Millionen verschobene oder abgesagte Krebs-Operationen geben könnte. Allein in Großbritannien wird von etwa 36 .000 verschobenen Krebs-Operationen ausgegangen.

„Der Zustand von Patienten kann sich verschlechtern und ihre Lebensqualität einschränken, während sie auf eine verschobene Operation warten. In manchen Fällen, zum Beispiel bei Krebs, können verschobene Operationen zu einer Reihe von vermeidbaren Todesfällen führen“, erklärte Aneel Bhangu, einer der beteiligten Forscher.

Informationen aus fast 360 Kliniken in 71 Ländern ausgewertet

Für ihre Schätzung werteten die Wissenschaftler Informationen von 359 Krankenhäusern in 71 Ländern aus. Die Werte rechneten sie anschließend für 190 Länder hoch. Sie gingen dabei von einer Dauer von jeweils zwölf Wochen aus, in der Krankenhäuser weltweit durch die Pandemiewelle unter höchster Belastung stehen. Jede weitere Woche könne zu gut zwei Millionen weiteren verschobenen medizinischen Eingriffen führen, ergab die Hochrechnung.

Für Patienten könnten nach Einschätzung der Wissenschaftler bereits drei Monate Ausnahmezustand erhebliche Wartezeiten zur Folge haben. In Großbritannien beispielsweise dürfte es demnach etwa elf Monate dauern, den entstandenen Rückstau an Operationen wieder abzubauen – selbst wenn wöchentlich 20 Prozent mehr Eingriffe stattfinden würden als vor der Pandemie. (dpa)

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