Kommentar zur Boombranche Gesundheitswesen

Zwischen Freude und Frust

Die Gesundheitsbranche boomt, doch das muss nicht für alle zum Vorteil sein.

Von Christiane BadenbergChristiane Badenberg Veröffentlicht:

Die Zahl ist beeindruckend. Laut EU-Arbeitskräftemonitor haben 2012 eine Million Menschen im Gesundheitswesen einen neuen Job gefunden. Zwischen 2008 und 2012 lagen die Zuwachsraten in der EU durchschnittlich bei zwei Prozent. Das Gesundheitswesen - eine Boombranche.

Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Die alternde Gesellschaft, medizinischer Fortschritt, die Menschen investieren mehr in Vorsorge.

Der zuständige EU-Kommissar mahnt mehr Investitionen in die Ausbildung an - auch, weil in einigen Staaten 40 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitswesen zwischen 50 und 64 Jahre alt sind.

Im Prinzip ist die Entwicklung erfreulich, wenn es nicht immer noch große Unterschiede bei der Bezahlung und den Arbeitsbedingungen geben würde. Es macht wenig Sinn in Bulgarien, Polen oder Litauen mehr Pflegekräfte auszubilden, wenn es diese anschließend nach Westeuropa zieht.

Gesucht sind Strategien, wie die Westeuropäer ihren Bedarf an Pflegekräften wieder verstärkt selbst decken können. Gleichzeitig müssen die Bedingungen in den ärmeren Staaten so geändert werden, dass die Menschen von ihrer Arbeit anständig leben können.

Alles andere ist keine Perspektive, sondern für hilfsbedürftige Menschen vor ort ein Horrorszenario.

Lesen Sie dazu auch: EU: Million neuer Jobs in Gesundheit und Pflege

Mehr zum Thema

Benchmarking mithilfe der EDV

Wie Ärzte die eigene Praxis einschätzen können

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Derzeit haben rund 400 Ärztinnen und Ärzte in Bayern die Zusatzbezeichnung Homöopathie erlangt. Künftig ist dies nicht mehr möglich.

© Mediteraneo / stock.adobe.com

80. Bayerischer Ärztetag

Bayern streicht Homöopathie aus Weiterbildungsordnung

Brustschmerz: Ist es eine Angina pectoris?

© Andrej Michailow / stock.adobe.com

Fallbericht

Angina pectoris: Ist es eine „nicht obstruktive KHK“?

Nach erfolgreicher Sondierungswoche (v.l.n.r): Robert Habeck und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner am Freitag in Berlin.

© Kay Nietfeld/picture alliance

Update

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit