Bisher 516 Anträge abgelehnt

866 Anträge in Hessen auf Entschädigung wegen Corona-Impfung gestellt

Nach Angaben des Regierungspräsidiums Gießen wurden von den bisher landesweit 866 Anträgen wegen eines mutmaßlichen Corona-Impfschadens 31 genehmigt.

Veröffentlicht:

Gießen. In Hessen sind seit dem Beginn der Pandemie bereits 866 Anträge auf Entschädigung in Folge einer Corona-Impfung gestellt worden, teilte das zuständige Regierungspräsidium Gießen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Nach Angaben eines Sprechers des Regierungspräsidiums braucht es hierfür neben der Impfbestätigung mehrere ärztliche Gutachten. „Versorgungsanträge wegen einer Schutzimpfung wie der Corona-Schutzimpfung werden stets unter Berücksichtigung des aktuellen Kenntnisstands der medizinischen Wissenschaft entschieden“, heißt es dort.

Die als „Post-Vac“ bezeichneten Erkrankungen sind schwer zuzuordnen. „Der Begriff „Post-Vac“ stellt keine medizinisch definierte Bezeichnung einer Erkrankung dar und unterliegt keiner eindeutigen Falldefinition für die Meldung eines Verdachtsfalls einer Nebenwirkung eines Impfstoffprodukts“, heißt es beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI).

Erfolgsaussichten auf eine Entschädigung sind gering

„Eine Anerkennung könnte erfolgen, wenn sich der Stand der Wissenschaft ändern sollte“, heißt es beim Regierungspräsidium. Dies wäre der Fall, wenn nach der geltenden medizinisch-wissenschaftlichen Lehrmeinung mehr für als gegen einen ursächlichen Zusammenhang spricht. „Ob und gegebenenfalls wann dies eintritt, kann nicht beurteilt werden.“

Die Erfolgsaussichten auf eine Entschädigung sind nach den Zahlen der Behörde auch eher gering. Von den 866 gestellten Anträgen wurden 31 genehmigt. 516 wurden abgelehnt und 297 werden noch bearbeitet. 22 weitere wurden wegen der Zuständigkeit abgegeben oder sind aus sonstigen Gründen obsolet. Anerkannt würden überwiegend die Folgen von Herzmuskelentzündungen, Sinusvenenthrombosen oder dem Guillain-Barré-Syndrom. Abgelehnte Anträge werden zunehmend in Zivilverfahren vor Gericht angefochten.

Versorgungsbezüge durchschnittlich 1.906 Euro pro Monat

Die in Hessen pro Person ausgezahlten Versorgungsbezüge lagen dem Regierungspräsidium zufolge für Menschen mit anerkanntem Impfschaden im Jahr 2022 bei durchschnittlich monatlich 1.906 Euro. Dabei könnten sich die Auszahlungen aber stark unterscheiden. Kosten für Behandlungen würden unabhängig in allen Fällen übernommen.

Das PEI erhielt nach eigenen Angaben bis Ende März vergangenen Jahres insgesamt 340.282 Meldungen zu Verdachtsfällen von Nebenwirkungen beziehungsweise Impfkomplikationen durch COVID 19-Impfstoffe. In 56.432 Fällen sei der Verdacht einer schwerwiegenden Impfnebenwirkung gemeldet worden. Gleichzeitig wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Deutschland mehr als 192 Millionen Corona-Impfungen verabreicht. (dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

© Springer Medizin Verlag GmbH

Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung

Symposium der Paul-Martini-Stiftung

COVID-19 akut: Früher Therapiestart effektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin

Herzchirurg mit Installateurfirma

Das Doppelleben des Dr. Jean-Philippe Grimaud: Arzt und Klempner

Lesetipps
Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?