SARS-CoV-2-Diagnostik

ALM begrüßt Pläne zur neuen Teststrategie

Die Akkreditierten Labore in der Medizin warten dringend auf die SARS-CoV-2-Antigentests für eine effiziente Teststrategie. Derweil kommt die Online-Anbindung der Labore weiter voran.

Von Margarethe UrbanekMargarethe Urbanek Veröffentlicht:
Abstrich für einen PCR Test: Die Akkreditierten Labore in der Medizin hoffen, dass bald zuverlässige Antigentests für die neue Teststrategie zur Verfügung stehen.

Abstrich für einen PCR Test: Die Akkreditierten Labore in der Medizin hoffen, dass bald zuverlässige Antigentests für die neue Teststrategie zur Verfügung stehen.

© Frank Hoermann/picture alliance /SVEN SIMON

Berlin. Bereits mehr als drei Viertel aller Labore übermitteln mittlerweile Daten an die Corona-Warn-App (CWA), wenn die Testperson diesem Verfahren zugestimmt hat. Das haben die Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM e. V.) am Dienstag bei ihrer turnusmäßigen Pressekonferenz zum Stand der SARS-CoV-2-Diagnostik mitgeteilt. Inzwischen würden im Bundesdurchschnitt bei deutlich steigender Tendenz schon 14 Prozent aller Tests an die CWA übermittelt.

Etwa jede hundertste PCR-Anforderung komme über eine durch die CWA ausgelöste Warnung. „Gerade im Hinblick auf die steigenden Infektionszahlen kann die Corona-Warn-App demnach eine wichtige Komponente in der Bekämpfung der Pandemie werden“, konstatierte ALM-Vorstand Dr. Christian Scholz.

DEMIS nimmt Fahrt auf

Auch bei der Anbindung der Labore an das neue Meldesystems DEMIS (Deutsches Melde- und Informationssystem des Robert Koch-Instituts) meldet der ALM e.V. Fortschritte. Die Übermittlung von Meldedaten an DEMIS werde immer häufiger durch die Labore vorgenommen.

Der aktuelle Stand liegt demnach bei 31 Prozent. Tendenz steigend. Leider könnten jedoch weiterhin nicht alle Labore aktiv den Weg über das Meldesystem gehen, da ein größerer Teil der Gesundheitsämter die installierten Komponenten noch nicht nutze.

Labore mahnen gute Kommunikation für Teststrategie an

Im Verlauf der Pressekonferenz am Dienstag begrüßte der ALM außerdem die neuen Pläne des Bundesgesundheitsministeriums für eine Änderung der Corona-Testverordnung, die unter anderem eine Neustrukturierung der Testungen asymptomatischer Personen bei Kontakten, Ausbrüchen und zum Schutz vulnerabler Gruppen sowie den Einsatz von Antigentests, die durch das RKI festgelegte Mindestkriterien erfüllen, vorsieht.

„Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Rechtsverordnung nur dann auch gut in der Praxis umgesetzt werden kann, wenn diese klar und gut verständlich an alle Beteiligten und Betroffenen kommuniziert wird“, so ALM-Vorstand Evangelos Kotsopoulos laut Mitteilung.

Zu den Antigentests mahnte Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender der Akkreditierten Labore in der Medizin, vor deren Einsatz in der Versorgung Sicherheit vor Schnelligkeit walten zu lassen: „Ärztinnen und Ärzte brauchen zunächst Klarheit darüber, ob, wie und in welchen Situationen die SARS-CoV-2-Antigentests sinnvoll und im Sinne der Pandemieeindämmung wirksam eingesetzt werden können. Dazu braucht es die Ergebnisse der laufenden vergleichenden Untersuchungen und Bewertungen von PCR- und Antigentests“, so Müller.

Testzahlen gehen runter, Positivrate geht hoch

Auch über die aktuellen Testzahlen wurde bei der Pressekonferenz wieder berichtet: In der vergangenen Woche wurden nach ALM-Angaben insgesamt 1.000.751 SARS-CoV-2-PCR-Tests durchgeführt, das entspricht einer Abnahme von fünf Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Die Anzahl der positiv ausgefallenen Tests liegt den Angaben zufolge mit 16.574 hingegen um 26 Prozent höher als in der Vorwoche. Die Positivrate stieg dementsprechend von 1,25 Prozent auf 1,7 Prozent.

Die fachärztlichen Labore hätten außerdem nach Lieferung und Installation weiterer Gerätesysteme ihre wöchentliche Testkapazität für die laufende Woche nochmals um neun Prozent gesteigert. Sie liegt jetzt den Angaben zufolge bei 1.375.000 PCR-Test pro Woche.

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