Krisenstimmung

Ärztegenossenschaft Nord stimmt in PKV-Kritik ein

Die Ärztegenossenschaft Nord schließt sich dem Reigen derer an, die von der PKV mehr Solidarität erwarten.

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Bad Segeberg. Die Ärztegenossenschaft Nord befürchtet, dass die Private Krankenversicherung (PKV) unter den Ärzten an Rückhalt verliert. Die Genossen zweifeln sogar an der Zukunft der PKV, weil sie Solidarität der privaten Krankenversicherer in der Corona-Krise vermisst.

„Wenn die Systemfrage politisch wieder aktuell wird, könnte die PKV in schwieriges Fahrwasser geraten“, prognostiziert Dr. Klaus Bittmann, Vorstandsmitglied der Genossenschaft. Er verweist auf die seiner Ansicht nach unzureichende finanzielle Unterstützung der PKV in der Corona-Krise für das Gesundheitssystem – trotz steigender Beitragseinnahmen bei reduzierten Behandlungsfällen und damit geringeren Kosten für die PKV.

Bittmann: PKV muss Versprechen einlösen

„Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, welches System für die Solidargemeinschaft wertvoll ist“, so Bittmann. Zuvor hatte es ähnliche Kritik an der PKV unter anderen von der KBV und der Allianz Deutscher Ärzteverbände gegeben. Die PKV selbst hatte im April dagegen erklärt, sie stehe „zu ihrer gesellschaftspolitischen Mitverantwortung“.

Bittmann hält es gerade jetzt für wichtig, dass die PKV dieses Versprechen auch einlöst, damit das Modell von ärztlicher Seite weiterhin gegen Verfechter von Einheits- oder Bürgerversicherungen unterstützt wird. Bittmann: „Keiner kann wissen, wie die sozialpolitischen Gewichte in Folge der Corona-Pandemie und nach den nächsten Bundestagswahlen aussehen werden. Umso mehr ist es von Bedeutung, dass die PKV ihre Position verteidigen kann.“ (di)

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