Medizinstudium

Allgemeinmedizin steht beim PJ an der Spitze der Wunsch-Wahlpflichtfächer

Medizinstudierende bevorzugen fürs ambulante Pflichtquartal die Allgemeinmedizin. Aber auch beim späteren Berufswunsch steht der Hausarzt weit oben auf der Liste.

Raimund SchmidVon Raimund Schmid Veröffentlicht:
Ambulante Versorgung trainieren: Für Medizinstudierende sind Hausarztpraxen als Lernort durchaus attraktiv.

Ambulante Versorgung trainieren: Für Medizinstudierende sind Hausarztpraxen als Lernort durchaus attraktiv.

© Peter Endig / ZB / picture alliance

Jena. Die Allgemeinmedizin ist für Medizinstudenten interessant: Unter den Bedingungen des Masterplans Medizinstudium 2020, der vorsieht, dass die Studenten im Praktischen Jahr (PJ) eines der beiden Wahlquartale im ambulanten Bereich ableisten, würden sich rund 30 Prozent der Medizinstudenten des 8. und 10. Fachsemesters dabei für die Allgemeinmedizin entscheiden.

Dies geht aus einer Befragung des Instituts für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Jena hervor, an der sich 482 Studierende beteiligt haben (Zeitschrift für Allgemeinmedizin, 2020; 96 (5); 220-224). Erst mit einigem Abstand folgen die Fächer Pädiatrie und Anästhesiologie (jeweils 15 Prozent der Studierenden würden diese wählen), Frauenheilkunde (neun Prozent) und Radiologie (sieben Prozent).

Es braucht Lehrpraxen

Abgeschlagen am Ende rangieren die Fächer Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Arbeits- und Sozialmedizin (jeweils ein Prozent).

Laut der Studienautoren zeigen die Ergebnisse, wie wichtig es ist, zu ambulanten Versorgungsstrukturen zu unterrichten. Sollten sich diese Ergebnisse in der Realität bestätigen, gewännen Konzepte zur Gewinnung und Qualifizierung von Lehrpraxen für die Fächer Allgemeinmedizin, Pädiatrie und Anästhesiologie an Bedeutung. Gerade für die Pädiatrie wäre dies, so die Autoren, wichtig, um dem erwarteten Nachwuchsmangel frühzeitig zu begegnen.

Jeder Fünfte will Hausarzt werden

Mit einem Fünftel der befragten Studierenden würde sich die Mehrzahl auch im späteren Berufsleben für die Allgemeinmedizin entscheiden. Dem folgen auf Rang zwei die Innere Medizin (15 Prozent) und auf Rang drei die Anästhesiologie (13 Prozent).

In der Korrelationsanalyse zeigte sich, dass das gewählte Fach Allgemeinmedizin im PJ-Wahlquartal signifikant mit dem Berufswunsch „Hausarzt“ assoziiert war. Dabei waren bei der Befragung allerdings auch Mehrfachnennungen möglich. Die Ergebnisse einer bundesweiten Befragung von knapp 14 .000 Medizinstudierenden („Berufsmonitor“) und anderer Befragungen ergaben, dass der Anteil dann niedriger ausfällt (fünf bis neun Prozent), wenn nur eine Einfachauswahl möglich ist.

Eine signifikante Korrelation besteht bei der Jenaer Befragung jedoch zwischen den drei am häufigsten angegebenen Fächern – Allgemeinmedizin, Pädiatrie und Anästhesiologie – mit dem jeweils gleichlautenden Berufswunsch. Das ambulante PJ-Wahlquartal könnte somit als Einstieg in das jeweilige Fach gesehen werden, sagt Dr. Inga Petruschke, Lehrkoordinatorin am Institut für Allgemeinmedizin in Jena.

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