Junge Ärzte

Ambulante Weiterbildung im Fokus

280 Millionen Euro stellten KVen und Krankenversicherer 2018 für die Förderung der Weiterbildung zur Verfügung. Ein Großteil kam der allgemeinmedizinischen Weiterbildung zugute.

Von Rebekka Höhl Veröffentlicht: 04.02.2020, 17:46 Uhr

Berlin. Mit 4800 Euro monatlich fördern KVen und gesetzliche sowie private Krankenversicherung die ambulante Weiterbildung. Doch nicht in jeder KV-Region werden gleich viele Stellen finanziell unterstützt, wie der Evaluationsbericht 2018 der KBV zeigt. Daten und Fakten rund um die Weiterbildung:

Während sich 2018 allein 8931 Ärzte in einem geförderten Weiterbildungsabschnitt befanden, wurde 13 336 Ärzten ihre Facharztbezeichnung anerkannt . Das geht aus der Statistik der Bundesärztekammer (BÄK) hervor. Im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um rund drei Prozent (12.947 Facharztanerkennungen). Die meisten Anerkennungen (2051) wurden für die Facharztbezeichnung Innere Medizin erworben – darunter 1181 von Ärztinnen. Dem folgten die Hausärzte mit 1567 Anerkennungen in den Fächern Allgemeinmedizin sowie Innere und Allgemeinmedizin (Hausarzt) – zwei Drittel der Facharzttitel, nämlich 1034, wurden von Ärztinnen erworben.

Zwei Drittel der Studienanfänger im Fach Medizin sind nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Frauen. Dadurch wird auch die ambulante Versorgung weiblicher: 2018 lag der Anteil der Medizinerinnen in der vertragsärztlichen und -psychotherapeutischen Versorgung bei 47 Prozent. 2010 waren es 40 Prozent. Allerdings unterscheidet sich der Frauenanteil je nach Fachgruppe deutlich: Während er bei Kinderärzten bei 54,5 Prozent , bei Hautärzten bei 53, 2 Prozent, bei Hausärzten bei 45,9 Prozent und bei Augenärzten bei 48 Prozent lag, machten Ärztinnen in der Chirurgie nur 15, 8 Prozent und in der Orthopädie 12,3 Prozent aus.

Die meisten Förderungen für Ärzte in ambulanter und stationärer Weiterbildung (AiW) entfielen 2018 auf Bayern: 1197 AiW erhielten in der KV-Region den finanziellen Zuschuss. In Baden-Württemberg waren es immerhin noch 740. Darauf folgen mit größerem Abstand Nordrhein mit 444 und Niedersachsen mit 417 geförderten Stellen. In Westfalen-Lippe konnten zumindest 385 AiW von dem Zuschuss profitieren , in Hessen waren es 377 AiW. Relativ weit hinten liegen die östlichen KV-Regionen: In Sachsen-Anhalt erhielten 194 AiW den Zuschuss, in Thüringen 186, in Brandenburg 166 und in Mecklenburg-Vorpommern 129. Schlusslichter sind das Saarland mit 47 und Bremen mit 31 Förderungen

KVen und Krankenversicherer stellten 2018 rund 280 Millionen Euro für die Gehaltsförderung der Ärzte in Weiterbildung (AiW) zur Verfügung. Die Förderung wird von KVen und Versicherern paritätisch finanziert. Das war ein Plus von 12,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für 2019 schätzt die KBV die Fördersumme auf 370 Millionen Euro, das abschließende Ergebnis liegt aber noch nicht vor. Allein auf die Förderung der allgemeinmedizinischen Weiterbildung entfielen 2018 rund 238 Millionen Euro. Darin waren ca. 25 Millionen Euro für den Zuschuss von AiW in unterversorgten Regionen enthalten. Für 2019 wird der Anteil der Förderung in der Allgemeinmedizin auf 289 Millionen Euro geschätzt.

In 15 KV-Bezirken gibt es spezielle „Kompetenzzentren Weiterbildung“ (KW). 2018 engagierten sich dort bundesweit 577 Dozentinnen und Dozenten bei Seminaren für Ärzte in Weiterbildung (AiW). Das KW-Nordrhein setzte mit 78 die meisten Dozenten ein. Aber auch in den anderen Regionen konnten die KW zahlreiche Dozenten für die AiW-Seminare gewinnen. So standen im KW in Baden-Württemberg 68, in Hessen 66, in Schleswig-Holstein 63, in Mecklenburg-Vorpommern 59 und in Hamburg 54 Ärzte und Ärztinnen für den Erfahrungsaustausch und die Wissensvermittlung in zusätzlichen Weiterbildungsseminaren zur Verfügung.

Weiterbildungsverbünde helfen Ärzten in Weiterbildung (AiW) bei der Rotation in erforderlichen Weiterbildungsabschnitten. Für Praxen bieten sie zudem eine Chance, sich auch in kleinerem Umfang an der Weiterbildung zu beteiligen. 2018 zählte die KBV 397 aktive Weiterbildungsverbünde (2017 waren es 363). Daran beteiligten sich 3374 Praxen und immerhin auch 773 Krankenhäuser. Je Weiterbildungsverbund waren im Schnitt 8,2 Praxen und 1,8 Kliniken integriert. Rotationspläne beziehungsweise eine Garantie für eine lückenlose Weiterbildung konnten allerdings nur 209 der 397 Weiterbildungsverbünde bieten.

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