Kommentar

Angst ist kein guter Ratgeber

Von Michael Kuderna Veröffentlicht:

Bessere Zeiten durch Tarifautonomie und Vollverträge - mit klaren Zielen hat sich der Hausärzteverband positioniert. Die Abschlüsse im Süden befeuerten die Euphorie. Zumindest die Basis im Saarland reagiert nun aber verunsichert, nachdem bundesweit ausgehandelte Verträge vorliegen.

Konkrete wie auch diffuse Fragen die plötzliche Angst vor der eigenen Courage: Werden die Vergütungen nach der vereinbarten Drei-Jahres-Frist schrumpfen? Kommen die Praxen mit der Vertragsvielfalt zurecht? Werden die Daumenschrauben bei den Qualitäts- und Service-Anforderungen weiter angezogen? Sind Gerätegemeinschaften rechtlich und praktisch gangbare Wege? Werden kleine Praxen beim Verzicht auf Abstaffelungen nicht noch weiter an den Rand gedrängt?

Manche haben noch grundsätzlichere Bedenken: Spielen immer komplexere Strukturen vielleicht einer Politik in die Hände, die Monopole knacken will?

Angst ist ein schlechter Ratgeber, aber auch ein überlebenswichtiger Instinkt. Andererseits bedeutet Stillstand in einer sich rasant wandelnden Welt den sicheren Tod. Die Verantwortlichen im Hausärzteverband sind wahrlich nicht zu beneiden, hier den richtigen Weg zu finden und alle Mitglieder dabei mitzunehmen.

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