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Arzt: "Heute haben wir 73 Patienten gegen Schweinegrippe geimpft"

Nicht für alle Ärzte war die Impfkampagne gegen Schweinegrippe zu Beginn ein Problem. Gründliche Vorbereitung und ein bisschen Marketing helfen dabei, die Impfung an die richtigen Patienten zu bringen. Ein Beispiel aus Frankfurt am Main.

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"Impfung gegen Schweinegrippe hier" steht auf dem Kundenstopper in der Einkaufspassage. So kommt Laufkundschaft zur Impfung in die Praxis.

"Impfung gegen Schweinegrippe hier" steht auf dem Kundenstopper in der Einkaufspassage. So kommt Laufkundschaft zur Impfung in die Praxis.

© Foto: Prister

Von Hauke Gerlof

FRANKFURT. Wer auf die Website von Dr. Univ. Zag. Zlatko Prister kommt, kann es kaum übersehen. In Pink steht dort geschrieben: "Schweinegrippe-Impfung hat begonnen. Sie können ab sofort geimpft werden." Der Hausarzt hat eine ganz eigene Meinung zur Impfkampagne und zur Rolle der niedergelassenen Ärzte dabei: "Es gibt Praxen, die die Impforganisation vom ersten Tag der Impfung an perfekt beherrscht haben", meint er.

Kurz vor dem Start habe er alle chronisch Kranken aus seinem Patientenstamm mit einem Serienbrief angeschrieben und über die Impfung informiert - "und die Patienten kommen und kommen und kommen". Die meisten der Impflinge seien durch die Vorbereitung über die Briefe auch tatsächlich chronisch Kranke. "Heute haben wir 73 Patienten gegen Schweinegrippe geimpft, gestern waren es 63." In zwei Wochen wird er auf 400 Impfstoffdosen gekommen sein, schätzt der Hausarzt, der seine Praxis mitten in Frankfurt auf der Zeil hat.

Angesichts der hohen Patientenzahlen hat Prister auch keine Probleme damit, jeweils zehn Patienten zusammenzubringen. "Wir machen einfach die nächste Flasche auf, sobald wieder ein Patient kommt." Vormittags könnten die Patienten ohne Termin zur Impfung kommen. Er habe seine Praxis mit Hilfe des Computers papierlos organisiert und so die Abläufe optimiert, sagt Prister. Da passten Patienten, die sich impfen lassen wollen, immer rein.

Zwar sei die Impfkampagne "in alten Köpfen entstanden" und daher vom Ablauf her - und mit der Verwendung von Papierausdrucken - alles andere als optimal organisiert. Dennoch könne er die Klagen von Kollegen, etwa darüber, dass die Aufklärungsformulare im eigenen Kopierer vervielfältigt werden müssten, nicht verstehen. "Man kommt auch per Computer an die Formulare dran. Wir drucken das auf dem Laserdrucker aus, zack-zack, dann ist das fertig. Das bisschen Farbe und Papier macht uns von den Kosten her nichts aus", erläutert er.

Die Impfung gegen Schweinegrippe gibt es bei ihm ohne Termin: Allgemeinmediziner Dr. Zlatko Prister aus Frankfurt.

Die Impfung gegen Schweinegrippe gibt es bei ihm ohne Termin: Allgemeinmediziner Dr. Zlatko Prister aus Frankfurt.

© Foto: pei

Die variablen Kosten für die Impfung taxiert Prister auf etwa 50 Cent, die Arbeitszeit als Fixkostenblock könne man aber nicht wirklich als Kosten einrechnen, weil er insgesamt trotz der Impfungen nicht länger in der Praxis arbeite als sowieso schon. Und das Honorar von 6,50 Euro pro Impfung in Hessen sei zwar nicht wirklich viel für den Aufwand, "aber wenn es am Ende 1000 Patienten werden ..." Es falle ihm deshalb schwer zu verstehen, warum Kollegen aus der Umgebung ihre Patienten teilweise sogar zur Impfung zu ihm schickten, sagt Prister.

Aber nicht allein über Zuweisungen und über die Rundbriefe kommen Patienten zur Impfung in Pristers Praxis. Unten vor dem Praxiseingang hat der umtriebige Allgemeinmediziner einen Aufsteller oder auch "Kundenstopper" hingestellt. Darauf steht: "Impfung gegen Schweinegrippe hier". Menschen, die sonst keine Zeit hätten, einen Termin beim Arzt zu finden, könnten einfach in die Praxis kommen und sich impfen lassen. Auf der Einkaufsmeile von Frankfurt bringe der Aufsteller durchaus einiges an Laufkundschaft, schätzt Prister. So bringt ein Arzt mit Marketing-Ideen die staatlich organisierte Impfkampagne voran und den Impfstoff unter die Leute, die sich impfen lassen wollen.

Lesen Sie dazu auch: Schweinegrippe: Impfwillige Ärzte in Berlin kämpfen mit der Logistik "Heute haben wir 73 Patienten gegen Schweinegrippe geimpft"

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Schweinegrippe-Impfung: Eine Frage der Praxisorganisation

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