Praxisführung

Arzt klärt falsch auf - Patient muss trotzdem zahlen

Veröffentlicht:

NÜRNBERG (juk). Ein Aufklärungsfehler hat nicht zwangsläufig zur Folge, dass der Arzt seinen Honoraranspruch gegenüber dem Patienten verliert. Das hat das Oberlandesgericht Nürnberg entschieden.

In dem konkreten Fall wollte eine Frau die Arztrechnung nicht bezahlen. Als Begründung führte sie unter anderem an, dass der Arzt mit ihr zwar ausführlich über die Gründe gesprochen habe, die für eine Operation sprechen. Behandlungsalternativen mit Medikamenten seien ihr aber verschwiegen worden.

Das Oberlandesgericht urteilte, dass der Honoraranspruch des Arztes bei einem Aufklärungsfehler nur dann entfällt, wenn "die ärztliche Dienstleistung unbrauchbar war". So lange - wie im vorliegenden Fall - der angestrebte Heilerfolg eintrete, fehle es an einem materiellen Schaden des Patienten. Zwar werde sein Vermögen "wegen des Aufklärungsmangels zu Unrecht mit dem Honoraranspruch belastet". Dafür komme ihm aber der Wert der erfolgreichen Behandlung zugute, so die Richter.

Urteil des Oberlandesgerichts Nürnberg, Az.: 5 U 1795/05

Mehr zum Thema

Ratgeber für die Praxis

Wie Ärzte mit ADHS erfolgreich im Beruf sein können

Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Bei einer Pneumonie können Prognosemarker helfen, Über- und Untertherapien zu vermeiden.

© Minerva Studio / stock.adobe.com

WONCA-Kongress

Drei Prognosemarker bei Pneumonie

Constanze Jäger fungiert am Städtischen Klinikum Braunschweig als Employee Happiness Managerin.

© [M] Porträt: Klinikum Braunschweig/Dennis Schulten | Martyshova / stock.adobe.com

Zufriedene Mitarbeiter

Glücksmanagerin greift im Krankenhaus unter die Arme