Direkt zum Inhaltsbereich

Alkohol am Steuer

Auch wer nicht lallt, kann zur MPU müssen

Das Bundesverwaltungsgericht sieht auch bei einer einmaligen Trunkenheitsfahrt mit 1,3 Promille die MPU als angemessen an, wenn derFahrer keine Ausfallerscheinungen zeigt.

Veröffentlicht:

Leipzig. Wenn Autofahrer mit 1,3 Promille am Steuer erwischt werden und bei der Kontrolle keinerlei Ausfallerscheinungen zeigen, haben sie nicht nur verkehrsrechtlich, sondern vermutlich auch medizinisch ein Alkoholproblem. Für die Neuerteilung des eingezogenen Führerscheins darf die Fahrerlaubnisbehörde daher eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) verlangen, urteilte nun das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

Im konkreten Fall wurde der Kläger einmalig bei einer Trunkenheitsfahrt erwischt. Eine Blutprobe ergab eine Blutalkoholkonzentration von 1,3 Promille. Ausfallerscheinungen wegen seines Alkoholkonsums hatte er nicht gezeigt. Das Amtsgericht Kassel verurteilte ihn zu einer Geldstrafe und zog für neun Monaten den Führerschein ein.

Als der Mann später den Führerschein wiederhaben wollte, verlangte die Fahrerlaubnisbehörde die Vorlage einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) über seine Fahreignung. Er sei zwar nur einmal mit über 1,1 Promille erwischt worden. Da er aber keinerlei alkoholbedingte Ausfallerscheinungen gezeigt habe, sei von regelmäßigem Alkoholkonsum auszugehen. Um dies zu klären, sei eine MPU erforderlich.

„Außergewöhnliche Alkoholgewöhnung“

Nach bisheriger Rechtsprechung ist nach einer einmaligen Trunkenheitsfahrt erst ab 1,6 Promille eine MPU zur Neuerteilung des Führerscheins erforderlich. Anderes kann danach aber bei Anzeichen für regelmäßigen Alkoholmissbrauch gelten.

Solche Anzeichen liegen hier vor, so die Leipziger Richter im aktuellen Fall. Die fehlenden Ausfallerscheinungen bei einem Promillewert von 1,1 oder mehr wiesen auf eine „außergewöhnliche Alkoholgewöhnung“ hin. Damit bestehe eine erhöhte Rückfallgefahr. (fl/mwo)

Bundesverwaltungsgericht, Az.: 3 C 3.20

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Psychiatrische Komplexversorgung

Zwei neue EBM-Positionen für SGB-übergreifende Hilfekonferenzen

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Krisenkommunikation war Schwachpunkt in der Pandemie

© HL

Herbstsymposium der Paul-Martini-Stiftung

Krisenkommunikation war Schwachpunkt in der Pandemie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung

Corona-Pandemie

Lockdowns: Ein hoher Preis für den Nachwuchs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Änderungen im Überblick

So wirkt sich das GKV-Spargesetz auf Praxen aus

Betäubungsmittel richtig verordnen

Opioide in der Urlaubsvertretung: Wie sich Missbrauch vorbeugen lässt

Lesetipps
Tablets to maintain the correct functioning of the human cardiovascular system on a blue background close-up

© bisonov / stock.adobe.com

Kombi schlägt Monotherapie

Diese Blutdrucksenker werden am besten vertragen

Schlange wartender Patienten am Praxisempfang

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Einschätzung von Kollegen

Wenn die Telefon-AU wegfällt: Was das für den Praxisalltag bedeutet