Auf die Feinheiten kommt es an

Ein Scanner wandelt eine Vorlage in eine Datei um, die am Computer weiter benutzt und verarbeitet werden kann. Was sich relativ trivial anhört, kann in der Praxis eine enorme Arbeitserleichterung bieten - wenn der richtige Scanner verwendet wird.

Von Tobias Freitag Veröffentlicht:
Flachbettscanner lesen problemlos auch dickeres Papier ein.

Flachbettscanner lesen problemlos auch dickeres Papier ein.

© Qilux / Fotolia.com

Scanner in der Arztpraxis müssen vor allem zwei Eigenschaften haben: Sie müssen Vorlagen (ob Bild oder Schriftdokument) schnell verarbeiten und zugleich zuverlässig sein. Sie dienen dazu, ärztliche Berichte einzulesen und elektronisch zu archivieren, aber auch, um Schriftstücke per Fax oder E-Mail zu versenden. Grundsätzlich unterscheiden sich die Scanner durch ihre Funktionsweise:

Flachbettscanner haben wie Kopierer ein Vorlagenglas, auf welches das Schriftstück gelegt und eingelesen wird. Sie bieten den Vorteil, dass auch dickere Schriftstücke wie Seiten aus Büchern eingelesen werden können. Allerdings dauert das Scannen mehrerer Seiten länger, da jede Seite einzeln aufgelegt und eingelesen werden muss.

Einzugsscanner ziehen die Vorlage(n) seitenweise an der Leseeinheit vorbei, wie früher die Faxgeräte. Sie sind dadurch fixer als Flachbettscanner, erfordern allerdings je nach Empfindlichkeit der Einheit glatte und einwandfreie Vorlagen. Kleinere Blätter oder geknitterte Seiten stellen Einzugsscanner vor besondere Herausforderungen. Für sie sollte man spezielle Dokumentenscanner verwenden.

Beide Scannerarten können auch kombiniert in einem Gerät enthalten sein. Beide sind auch in jedem Fall sowohl für Papiere als auch Abzüge von Fotos geeignet.

Sollen jedoch Durchlichtvorlagen wie Röntgenaufnahmen gescannt werden, ist hierfür ein spezieller Durchlichtscanner als Extra erforderlich. Hierbei wird das Foto in eine Halterung eingespannt und diese wird dann von einer Seite beim Scanvorgang hinterleuchtet.

Die Auflösung der Geräte bestimmt, wie genau die Schriftstücke eingelesen werden. Sie wird - wie beim Drucker - in "Punkte pro Zoll" angegeben. Die untere Grenze beträgt 300 dpi, wohingegen gute Scanner mit 2400 und 4800 dpi scannen. Die Auflösung muss aber nur bei Durchlichtvorlagen oder genauer Bildwiedergabe (z.B. Befundfotos) so hoch gewählt werden. Für normale Schriftstücke reichen die niedrigeren Stufen aus.

Die Farbtiefe sagt aus, wie farbgetreu Fotos und farbige Vorlagen eingelesen werden. Diese Eigenschaft ist für Ärzte nur wichtig, wenn sie Fotos auswerten wollen. Die 24 Bit, die Scanner üblicherweise bieten, reichen im Normalfall vollkommen aus.

Damit die Scanner mit den Programmen zusammenarbeiten, die in der Praxis eingesetzt werden, sollten sie die passenden Schnittstellen (Verbindung zwischen PC und Scanner) aufweisen. Meist werden Scanner an einen USB-Anschluss angeschlossen. Zur Aktivierung der Einheit liegen beim Kauf Scanprogramme bei, die die eingelesenen Vorlagen direkt in ein Format wandeln, das vom PC weiter bearbeitet werden kann (z.B. TIF oder JPG für Bilder).

Einige Scanner wandeln Schriftstücke auch direkt in das PDF-Format um, mit dem man die gescannte Unterlage problemlos weiter verarbeiten kann. Scanner können auch Teil eines Multifunktionsgerätes sein, sollten dann aber die Aufgaben so schnell und gut erledigen können wie Stand-Alone-Geräte. Für den reibungslosen Betrieb des Scanners in der Praxis sind aber weitere Punkte wichtig: Das Gerät sollte an den Arbeitsplatz angeschlossen sein, wo es häufig benutzt wird - das klingt einfach, doch häufig werden Scanner da hingestellt, wo in der Praxis gerade Platz ist. Wenn das ein abseits gelegenes Büro ist, bedeutet so etwas unnötige Lauferei. Scanner brauchen einen leistungsfähigen Computer, also ein Gerät mit Pentium Dual Core (Zweikern-Prozessor), 4 Gigabyte Arbeitsspeicher und aktuellem Windows.

Scanner im Überblick
Hersteller Modell Website Preis Bauform Auflösung (dpi) Geschwindigkeit
Canon ScanFront 220P www.canon.de 1800 Euro Einzug 600 x 600 26 Seiten / Minute
Canon DR-2020U www.canon.de 600 Euro Flachbett/Einzug 600 x 600 12 bis 20 Seiten / Minute
Fujitsu fi-5015c www.fujitsu.de 570 Euro Flachbett/Einzug 600 x 600 15 Seiten / Minute
Kodak ScanMate i1120 www.kodak.de 450 Euro Einzug 600 x 600 max. 20 Seiten / Minute
Plustek SmartOffice PS 286 www.plustek.de 400 Euro Einzug 600 x 600 8 bis 25 Seiten / Minute
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

CCC-Kongress

IT-Fachmann: Phishing-Mails über KIM wären möglich

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

© Springer Medizin Verlag

Unternehmen im Fokus

Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

KV Thüringen

Akutpraxis in Gera: Praxismodell gegen den Ärztemangel

Systematisches Review

Kortikosteroide bei schwerer Pneumonie wahrscheinlich nützlich

Lesetipps
Nie wieder spritzen? Small Molecules wie Orforglipron (C48H48F2N10O5) haben viele Vorteile gegenüber herkömmlichen Inkretinmimetika, etwa orale Einnahme, leichtere Lagerung und niedrigere Kosten.

© Kassandra / stock.adobe.com

Innovative Diabetestherapie

Nicht-peptidische GLP-1-Rezeptoragonisten am Start

Eine Frau sitzt einem älterem Arzt gegenüber.

© Jonas Glaubitz / stock.adobe.com

Nachsorge

Welche Unterstützung Krebspatienten von ihren Hausärzten erwarten

Eine Frau fässt sich mit den Händen an die Brust

© Art_Photo / stock.adobe.com

Unterschiede der Geschlechter

Herzinfarkte und Ischämie bei Frauen: Was ist wirklich anders?