Medizinerausbildung

Aufruf zum Dialog über Raucherentwöhnung

Gesundheits- und Drogenpolitiker unterstützen Ärzte bei Bestrebungen, die Raucherentwöhnung strukturiert in die Medizinerausbildung zu integrieren.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:

Mainz/Berlin. Der Rauchausstieg ist für die meisten medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften noch immer der einzige Weg zum Ausstieg aus einer Raucherkarriere – quit or die. Seit Jahren kämpfen bereits einzelne Ärzte und Organisation gegen diese Haltung der Fachgesellschaften an – sie wollen mehr Offenheit gegenüber schadensreduzierten Alternativen zur konventionellen Tabakzigarette wie elektronische Zigaretten oder Tabakerhitzer erreichen.

Um den Risikofaktor Rauchen als kausale Ursache von Tumorerkrankungen und Gefäßerkrankungen effektiv zu bekämpfen, sind aus Sicht einer Gruppe von Ärzten und Gesundheitspolitikern gemeinsame Anstrengungen notwendig. Die Gruppe hat einen Aufruf verfasst: „Raucherentwöhnung – eine politische und ärztliche Aufgabe!“ Die Thrombose-Initiative hatte den Anstoß für dieses Statement gegeben.

Zu den Unterzeichnern gehören neben verschiedenen Klinikärzten der drogenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Dirk Heidenblut, der CDU-Gesundheitspolitiker und Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß sowie Dr. Wieland Schinnenburg, drogenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion.

Bessere Schulung von Ärzten nötig

Die Unterzeichner wollen einen strukturierten Dialog anstoßen, um dem Thema Rauchstopp mehr Bedeutung zu geben. Sie fordern aktive Kampagnen zur Aufklärung der Raucher, die Schaffung niederschwelliger Angebote zur Raucherentwöhnung und Risikoreduktion, aber auch eine bessere Schulung von Ärzten zum Thema Rauchstopp und seiner Möglichkeiten.

Ergo müsse die Raucherentwöhnung Teil der ärztlichen Aus- und Weiterbildung werden. Ärzte müssten befähigt werden, Raucher über alle Methoden der Rauchentwöhnung bis hin zur Risikoreduktion evidenzbasiert zu informieren. (maw)

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