Direkt zum Inhaltsbereich

Bundesgerichtshof

BGH nimmt sich letztes Wort im Streit um Maskenkäufe während der Coronapandemie

Zu Beginn der Coronapandemie waren Schutzmasken Mangelware. Die Modalitäten des Ankaufs von Masken durch den Bund sind bis heute umstritten, mehrere Anbieter haben geklagt. Nun ist der Bundesgerichtshof am Zug.

Veröffentlicht:
Zum angebotenen Preis von 4,50 Euro pro FFP-2-Maske meldeten sich sehr viele Anbieter bei der Ausschreibung des Bundes.

Zum angebotenen Preis von 4,50 Euro pro FFP-2-Maske meldeten sich sehr viele Anbieter bei der Ausschreibung des Bundes.

© Wolfgang Maria Weber / picture alliance

Karlsruhe. Im Streit um teure Maskenkäufe des Bundes während der Coronapandemie hat nun der Bundesgerichtshof (BGH) das letzte Wort. Mit am Dienstag, 7. Oktober 2025, bekanntgegebenen Beschlüssen ließen die Karlsruher Richter auf Antrag des Bundes in zwei Verfahren die Revisionen zu.

Konkret geht es um eine staatliche Ausschreibung des Bundesgesundheitsministeriums für Schutzmasken im Frühjahr 2020. Dabei wählte das Ministerium ein sogenanntes Open-House-Verfahren: Jeder Anbieter, der die Konditionen akzeptierte, bekam auch einen Zuschlag.

Für eine FFP2-Maske gab es 4,50 Euro und für eine OP-Maske 60 Cent. Lieferfrist war bis Ende April 2020. Rückblickend waren die Preise zu hoch. Allerdings waren Schutzmasken damals auf dem Weltmarkt knapp. Der ehemalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechtfertigte den hohen Preis mit einer „Notlage“.

Zu viele Anbieter meldeten sich

Zu dem gebotenen Preis wollten aber zu viele Anbieter Masken liefern. Aus verschiedenen Gründen verweigerte der Bund teilweise die Abnahme. Mehrere abgewiesene Anbieter zogen vor Gericht. Zweien davon gab im Januar das Oberlandesgericht (OLG) Köln recht, ließ aber die Revision zum BGH nicht zu.

Der Bund wollte sich damit nicht abfinden und legte eine sogenannte Nichtzulassungsbeschwerde ein.

Bei einem Anbieter seien die Masken mangelhaft gewesen, der andere habe die Lieferfrist nicht eingehalten.

Durfte der Bund von den Verträgen zurücktreten?

Den Beschwerden gab der BGH nun statt. Die Karlsruher Richter werden daher abschließend über den Streit entscheiden. Inhaltlich wird es darum gehen, ob der Bund ausreichend Gründe hatte, von den Abnahmeverträgen zurückzutreten oder ob er Fristen für eine Nachbesserung beziehungsweise Nachlieferung hätte setzen müssen.

Ein Termin für die geplante mündliche Verhandlung beim BGH steht noch nicht fest. Der Bund hat nun zunächst Zeit, seine Revisionen näher zu begründen und danach die Anbieter, um dem zu erwidern. Wenn auch der BGH den Anbietern recht gibt, drohen dem Bund Kosten in Milliardenhöhe. (mwo)

Bundesgerichtshof, Az.: VIII ZR 131/24 und VIII ZR 152/24

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung

Symposium der Paul-Martini-Stiftung

COVID-19 akut: Früher Therapiestart effektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Eine harte Nuss zu knacken

Kasuistik: Nussallergie führte auf die falsche Fährte

Hypercholesterinämie

Lipidsenker klug kombinieren

Deprescribing PPI

Protonenpumpenhemmer absetzen: Wie das am besten gelingt

Lesetipps
Eine Ärztin spricht mit einer älteren Patienten. Die Patientin lächelt.

© StefaNikolic / stock.adobe.com

Sprechende Medizin

4 Tipps: So können Sie den Placebo-Effekt für die Therapie nutzen

Ein Arzt spricht mit einer Patientin

© K Davis/peopleimages.com / stock.adobe.com

Interview

Patient mit Mundgeruch: Wie Sie das im Patientengespräch ansprechen

Eine junge Frau sitzt auf dem Sofa und verschränkt ihre Arme, um ihre Hände auf die Brust zu legen.

© Yauhen / Stock.adobe.com

Psychologische Interventionen

Sprechende Medizin: 10 Schritte bei chronischen Schmerzen