Bundesregierung

Bei KI auf „einem guten Weg“

Forschungsministerin Karliczek zieht eine erste positive Bilanz der „Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung“. Die Opposition spricht von Schneckentempo und fehlenden Prioritäten.

Veröffentlicht: 15.11.2019, 13:39 Uhr
„Unser Anspruch ist es, bei KI in allen Bereichen in die Weltspitze zu kommen“, betonte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. (Archivbild)

„Unser Anspruch ist es, bei KI in allen Bereichen in die Weltspitze zu kommen“, betonte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. (Archivbild)

© Abdulhamid Hosbas / AA / picture alliance

Berlin. Automobilsektor, Logistikbranche, Medizintechnik: Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in Wirtschaft und Gesellschaft. Die Bundesregierung will die Entwicklung vorantreiben und hat vor einem Jahr eine “Nationale Strategie für Künstliche Intelligenz“ aufgelegt.

„Unser Anspruch ist es, bei KI in allen Bereichen in die Weltspitze zu kommen. Und wir sind in Deutschland auf einem guten Weg“, zog Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Freitag eine erste Bilanz.

Junge KI-Talente fördern

Die Entwicklungen bei KI seien „rasant“, sagte Karliczek. Mit ihrer Strategie wolle die Regierung den Prozess begleiten und beschleunigen. Die Technologie müsse dem Menschen dienen. Um bei den KI-Anwendungen Schritt halten zu können, gelte es auch, verstärkt „junge Talente“ in der KI auszubilden und die Forschung zu intensivieren.

Zu diesem Zweck sollen an den Universitäten in München, Tübingen, Berlin, Dortmund/St Augustin und Dresden/Leipzig und am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) nationale Kompetenzzentren für KI-Forschung ausgebaut werden. Außerdem sollen 30 KI-Professuren ausgeschrieben werden. Insgesamt sollen in den nächsten Jahren 100 neue Professuren im KI-Bereich entstehen. Bislang sind jedoch erst zwei der Lehrstühle besetzt.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte, im ersten Jahr der KI-Strategie seien die Weichen gestellt worden, „den Transfer von KI-Lösungen in die Wirtschaft deutlich zu verbessern“. Bundesweit seien „KI-Trainer“ am Start, die kleinen und mittleren Unternehmen KI-Kompetenzen vermitteln würden. So könnten die Betriebe eigene KI-gestützte Produkte und Dienstleistungen umsetzen, ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und Arbeitsplätze sichern.

Das beim Bundesarbeitsministerium geplante KI-Observatorium soll im Frühjahr 2020 eröffnet werden. Die Behörde hat die Aufgabe, Technologieentwicklung im Bereich KI zu beobachten und auch ethisch zu bewerten.

Grüne: „Ernüchternde Bilanz“

Laut Haushaltsplan 2020 stellt das Forschungsministerium eine zweite Tranche in Höhe von 500 Millionen Euro für den Bereich KI bereit. Das Geld wird auf die einzelnen Ressorts verteilt. Das Bundesgesundheitsministerium erhält 30 Millionen Euro.

Die Grünen warfen der Bundesregierung „Schneckentempo, fehlende Prioritäten und Abstimmungschaos“ bei der KI-Entwicklung vor. „Man möchte führender KI-Standort werden, doch die bisherige Bilanz ist ernüchternd“, kritisierte Dr. Anna Christmann, Sprecherin für Innovations- und Technologiepolitik der Fraktion am Freitag. (hom)

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