Besser vernetzt durch GO IN

Das Ingolstädter Praxisnetz GO IN treibt in verschiedenen Projekten den Datenaustausch und die elektronische Kommunikation zwischen Niedergelassenen und Klinikärzten voran.

Von Jürgen Stoschek Veröffentlicht:
Fortschritte bei der Vernetzung von Ärzten und Kliniken.

Fortschritte bei der Vernetzung von Ärzten und Kliniken.

© Ohmega1982 / shutterstock

MÜNCHEN. Die elektronische Vernetzung von niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern im Ingolstädter Praxisnetz GO IN macht Fortschritte: Über eine gemeinsame Kommunikationsplattform, für die das Klinikum Ingolstadt die technische Infrastruktur bereitstellt, tauschen Niedergelassene und Klinikärzte inzwischen auch Behandlungsdaten aus.

Aktuell beteiligen sich in der Region etwas mehr als einhundert Ärzte an dem Projekt. Bis Mitte kommenden Jahres sollen alle rund 500 niedergelassenen Haus- und Fachärzte angeschlossen sein, erklärte der Vorsitzende von GO IN, Dr. Siegfried Jedamzik.

Er selbst erhalte derzeit jeden Tag zwischen zwei und vier Mitteilungen im pdf-Format aus Krankenhäusern, in denen Patienten aus seiner Praxis stationär behandelt wurden.

Neben dem Ausbau der Vernetzung werde auch eine stärkere Integration des elektronischen Dokumentenversands in die Krankenhausinformationssysteme (KIS) der einzelnen Kliniken angestrebt, so dass Klinikärzte ihre Entlassbriefe künftig mit einem Klick direkt aus dem KIS verschicken können, erläuterte Jedamzik gegenüber der "Ärzte Zeitung". Allerdings sei die Finanzierung noch nicht geklärt.

Mit Bayerischem Gesundheitspreis ausgezeichnet

Vor kurzem ist dieses Projekt "GO IN - Regionales Gesundheitsportal zum Datenaustausch zwischen ambulant und stationär" mit dem Bayerischen Gesundheitspreis 2011 ausgezeichnet worden.

Ein anderes GO IN-Projekt befasst sich mit der Verbesserung der sektorenübergreifenden elektronischen Kommunikation sowohl zwischen Haus- und Fachärzten wie auch zwischen Niedergelassenen und Kliniken.

In diesem Forschungsprojekt mit Namen "ByMedConnect", das das Praxisnetz GO IN seit einem Jahr gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum in München durchführt und das vom Bayerischen Gesundheitsministerium unterstützt wird, geht es um den Austausch relevanter strukturierter Behandlungsdaten, also nicht nur um den Versand von pdf-Dokumenten, erläuterte Jedamzik.

"Damit könnten wir dann auch indikationsbezogene Versorgungsforschung betreiben", sagte der GO IN-Vorsitzende. Die IT-Verknüpfung sei auch im neuen Versorgungsvertrag, den das Praxisnetz Ende September mit der Audi BKK abgeschlossen hat, ein wesentlicher Bestandteil.

"Gesundheitskonto Bayern" startet

Alle teilnehmenden Praxen haben sich zum Datenaustausch verpflichtet, erklärte Jedamzik. Zusammen mit Vertretern der Betriebskrankenkassen werden die dabei gewonnenen Daten sowie weitere Daten, die die Kasse beisteuert, bei regelmäßigen Besprechungen für die einzelnen Fachgruppen ausgewertet. Ziel sei eine bessere Steuerung des Versorgungsgeschehens, erklärte Jedamzik.

Auch beim Modellprojekt zur Kostenerstattung bei gesetzlich Versicherten, das voraussichtlich im April mit der Bezeichnung "Gesundheitskonto Bayern" im Raum Ingolstadt starten soll, spiele die elektronische Vernetzung eine Schlüsselrolle.

An den Vorbereitungen des Projektes hätten sich 102 Kollegen beteiligt. "Ohne EDV sind solche Vorhaben überhaupt nicht möglich", meinte Jedamzik.

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