Kommentar zum GOÄ-Hickhack

Bestattung zweiter Klasse

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:

Es ist schon erstaunlich: Die Private Krankenversicherung lebt von einer gewissen Exklusivität, die sie ihren Versicherten bieten kann. Auch dank einer eigenen Gebührenordnung, der GOÄ, die den Ärzten bei Privatpatienten ein höheres Honorar sichert als bei Kassenpatienten.

Gleichzeitig könnte so mancher Arzt ohne die Mischkalkulation aus GOÄ und EBM kaum noch überleben. Und doch kommen beide Seiten - PKV und Bundesärztekammer - offenbar nicht zusammen, wenn es um die Aushandlung einer neuen GOÄ geht.

Die PKV sieht ihre Kosten davon laufen und fürchtet einen weiteren Kostenschub - während die Ärzte nach vielen Jahren ohne Anhebung der Punktwerte natürlich auch auf ein höheres Honorar hoffen. Hinzu kommt der Streit über Öffnungsklausel, über die Errichtung eines neuen Instituts und vieles mehr.

Nun ist das Projekt einer GOÄ-Novelle für diese Periode endgültig beerdigt worden. Die Unfähigkeit zum Kompromiss könnte den Ärzten und auch der PKV noch auf die Füße fallen.

Denn das politische Umfeld wird nach der Bundestagswahl für die Privatmedizin sicher nicht besser sein als heute. Letztlich sind beide Seiten aufeinander angewiesen. Und beide Seiten haben diese Chance verpasst. Ob es eine zweite geben wird, ist ungewiss.

Lesen Sie dazu auch: Keine Einigung: Es war einmal eine GOÄ-Reform

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Statistisches Bundesamt

Beschäftigte arbeiten 2026 2,4 Arbeitstage mehr

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!

Lesetipps
Eine Person im CT.

© oksanazahray / stock.adobe.com

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Eine Hand lehnt demonstrativ eine Spritze ab.

© anyaivanova / Getty Images / iStock

1,1 Millionen Erwachsene befragt

COVID-19: Impfskepsis häufig doch überwindbar

Ein Arzt erläutert seinem Patienten mit Fettlebererkrankung anhand eines Anatomiemodell der Leber die prognostischen Risiken.

© manassanant / stock.adobe.com

Hepatisches Risiko erhöht

Schlank und MASLD – das macht der Leber schwer zu schaffen