Medizinstudium

Charité verabschiedet sich von Einzelinterviews

Bei der Auswahl von Medizinstudenten setzt die Charité nun auch auf den HAM-NAT-Test. Dieser biete im Gegensatz zum bisherigen Auswahlverfahren eine bessere Überprüfung des Wissensspektrums.

Von Angela MisslbeckAngela Misslbeck Veröffentlicht:

BERLIN. Die Berliner Uniklinik Charité ändert die Zugangsvoraussetzungen zum Medizinstudium. An Europas größter Hochschulklinik hat der sogenannte HAM-Nat-Test die bisher üblichen Einzelinterviews abgelöst.

Den Test haben kürzlich erstmals an der Charité rund 700 Studienbewerber für das kommende Wintersemester 2013/14 absolviert. In dem zweistündigen Test beantworteten sie rund 80 Fragen aus Mathematik, Physik, Biologie und Chemie.

Zeitgleich wurde der in Hamburg entwickelte Test an den Unis in Hamburg und Magdeburg durchgeführt. Diese beiden Unis haben ihn gemeinsam mit der Charité weiterentwickelt.

Die Charité betrachtet den HAM-Nat-Test im Gegensatz zum bisherigen Auswahlverfahren als gut standardisierte Methode zur Überprüfung eines breiten Wissensspektrums.

20 Prozent der Plätze gehen an die Abiturbesten

"Durch das neue Auswahlverfahren für medizinische Studiengänge wollen wir diejenigen finden, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit das Studium erfolgreich abschließen werden", so Burkhard Danz, Leiter des Referates für Studienangelegenheiten der Charité.

Insgesamt vergibt die Charité 300 Studienplätze für Humanmedizin und 40 für Zahnmedizin. Davon werden im zentralen Vergabeverfahren 20 Prozent an die Abiturbesten und weitere 20 Prozent über die Wartezeit vergeben.

Zur Vergabe der 180 verbleibenden Plätze dient das Hochschul-Auswahlverfahren. Auch dabei ist die Abiturnote zentral. Denn an den Tests können nur die 1000 folgenden Abitur-Besten teilnehmen, die die Charité als Wunsch-Hochschule auf Rang eins gesetzt haben.

Abiturnote und Testergebnis werden quasi gleichwertig summiert.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Rückschritt bei der Vorauswahl

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