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Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Chronisch krank und komplex betreut: Pädiater als Lotsen

Die Versorgung chronisch kranker Kinder verlangt von Pädiatern Koordinationsarbeit. Der Aufwand für die interdisziplinäre Betreuung wird oft unterschätzt.

Raimund SchmidVon Raimund Schmid Veröffentlicht:

Leipzig. Der Zeitaufwand, der mit der Betreuung chronisch kranker Kinder einhergeht, ist in Praxen extrem hoch. Dabei wird die Arbeit, die mit anderen ärztlichen wie nichtärztlichen Fachleuten nötig ist, häufig massiv unterschätzt.

Auf dieses Dilemma machte Pädiaterin Dr. Ulrike Gitmans aus Rhauderfehn beim Kongress für Kinder- und Jugendmedizin in Leipzig aufmerksam. Als Lotse für das chronisch kranke Kind müsse etwa der Kinder- und Jugendarzt häufig mit fünf oder mehr medizinischen Fachrichtungen zusammenarbeiten.

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Chronische Erkrankungen seien oft auch mit psychischen Auffälligkeiten assoziiert. Besonders deutlich sei dies bei Kindern mit Intelligenzminderung. In dieser Gruppe trete bei jedem vierten Kind eine gestörtes Sozialverhalten auf, bei Kindern ohne Intelligenzminderung lediglich bei 4,2 Prozent.

Groß seien auch die Unterschiede bei Angststörungen (8,7 zu 3.6 Prozent) und bei den emotionalen Störungen (9,5 zu 4,1 Prozent).

Patienten den Behandlerkreis erklären

Wichtig sei als „Lotse“ für chronisch kranke Kinder insbesondere die Zusammenarbeit mit Kinderkrankenschwestern, Sozialarbeitern, Orthopädietechnikern, Psychologen, Sozialarbeitern, Ernährungsberatern oder Physiotherapeuten, sagte Gitmans. Dafür müsse ein regionales Netzwerk aufgebaut werden.

Gitmans riet, den jungen Patienten und ihren Eltern die Gründe zu erläutern, warum Mitbehandler mit ins Boot geholt werden. „Es ist kein Fehler zu sagen, hier bin ich überfordert“, so die Kinderärztin. (ras)

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