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Cloud Computing bringt IT-Branche in Schwung

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HANNOVER (dpa). Die IT-Industrie verspricht sich vom Cloud Computing in den kommenden Jahren kräftigen Rückenwind und zweistelliges Wachstum. Allein in diesem Jahr werde das Geschäft sowohl mit Unternehmen als auch im Privatkundenbereich um 55 Prozent auf insgesamt 3,5 Milliarden Euro zulegen, prognostizierte der Branchenverband BITKOM am Montag kurz vor Start der CeBIT in Hannover. Die Computermesse steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Cloud - Anwendungen, Speicher und Dienstleistungen aus der "Wolke Internet".

Das Cloud Computing werde in den kommenden Jahren die Strukturen in Unternehmen, aber auch das berufliche und private Leben der Menschen grundlegend verändern, sagte BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer. Private Verbraucher nutzten Cloud-Dienste wie Flickr, Amazon, Online-Spiele, Web-Mail-Dienste und soziale Netzwerke bereits oft, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Verbraucher geben jetzt bereits 1,6 Milliarden Euro für Cloud-Dienste wie Online-Speicher, kostenpflichtige Dienste in Sozialen Netzwerken oder Online-Spiele aus, sagte Scheer. Auch im Gesundheitswesen gibt es schon Anwendungen, die für Praxen interessant sein können, etwa Online-Terminsysteme. Für Ärzte ist es entscheidend, dass sie auf den Datenschutz achten, wenn sie in der Wolke mit Patientendaten arbeiten.

Auch in den Unternehmen in Deutschland ist das Thema Cloud Computing endgültig angekommen. Mehr als 50 Prozent der Software- Anbieter wollten in diesem Jahr 10 Prozent ihres Umsatzes mit Cloud- Angeboten machen, sagte Scheer. Im Geschäftskundenbereich würden die Umsätze von 1,9 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 8,2 Milliarden 2015 klettern.

Vor allem kleine Firmen würden von den neuen Möglichkeiten profitieren und zugleich den Markt voranbringen. "Wir werden einen großen Innovationsschub bekommen, weil auch kleine Startups ohne große Infrastruktur schnell global mit ihren Softwareangeboten präsent sein können", sagte Scheer.

Die trotz weit verbreiteter Sicherheitsbedenken will die Branche künftig gemeinsam mit der Politik diskutieren und positiv angehen. Der Bitkom nehme die Bedenken ernst und will für eine breite Akzeptanz sorgen. "Wenn wir in Deutschland besonders sicherheitsbewusst sind, müssen wir aus der Not eine Tugend machen - und uns entsprechend aufstellen", sagt Scheer.

Zum Thema Datenschutz soll am Dienstag in Hannover eine Selbstverpflichtungserklärung der Industrie an die Politik übergeben werden. Deutschland könne in Sachen Datenschutz allerdings keine Insellösung verfolgen. Für das Cloud Computing seien internationale politische Rahmenkonzepte erforderlich, sagte Scheer.

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Uwe Schneider

Deutschland kann in Sachen Datenschutz in der Cloud eine Insellösung verfolgen

Da hat Herr Scheer unrecht. Insellösungen (ggf. auch Deutschland beschränkte Clouds) werden wirtschaftlich nachteilig sein. Aber man muss eben überlegen, wie viel einem Sicherheit wert ist. Das muss nicht allen Bereichen gleich viel sein. Im Gesundheitswesen sollte man aber eher auf "Nr. sicher" gehen.


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