Medizintechnik & Co

Corona verbannt Medica und Compamed ins Web

Die weltgrößte Medizinmesse Medica findet 2020 erstmals in ihrer langen Geschichte virtuell statt – ohne jede Präsenzveranstaltung auf dem Düsseldorfer Messegelände. 2021 soll es im Hybridformat weitergehen.

Von Matthias Wallenfels Veröffentlicht: 16.09.2020, 16:17 Uhr
Einsame Fahnen auf dem Düsseldorfer Messegelände: Die Medica findet dieses Jahr rein virtuell statt, die Messehallen bleiben coronabedingt geschlossen.

Einsame Fahnen auf dem Düsseldorfer Messegelände: Die Medica findet dieses Jahr rein virtuell statt, die Messehallen bleiben coronabedingt geschlossen.

© Messe Düsseldorf / Constanze Tillmann

Düsseldorf. Die Medica 2020 und die Compamed 2020 werden als die laut Messe Düsseldorf weltführenden Informations- und Kommunikationsplattformen für die Medizintechnik-Branche und den Zuliefererbereich der Medizintechnik-Industrie vom 16. – 19. November komplett im virtuellen Format stattfinden.

Für Wolfram Diener, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, war es ein langer Weg bis zu dieser einschneidenden Entscheidung. „Unser Hygiene- und Infektionsschutzkonzept wurde von den Ausstellern positiv aufgenommen und die sukzessiven internationalen Reiselockerungen im Frühsommer ließen die erfolgreiche und sichere Durchführung beider Messen realistisch erscheinen. Die Entwicklung des weltweiten Pandemie-Geschehens musste jetzt jedoch neu bewertet werden. Vor dem Hintergrund einer Vielzahl von Reisebeschränkungen und des sehr hohen Internationalitätsgrades der Medica und der Compamed auf Aussteller- und Besucherseite mussten wir uns entschließen, uns in diesem Jahr einzig auf das virtuelle Format zu fokussieren“, verdeutlicht Diener.

Zuletzt seien regelmäßig insgesamt mehr als 80 Prozent der Aussteller aus dem Ausland, aus rund 70 Nationen, gekommen. Die Besucher seien aus rund 170 Nationen angereist, bei einem Anteil internationaler Besucher von 70 Prozent. Beide Veranstaltungen zählten zusammen im Vorjahr gut 6300 Aussteller und 121.000 Fachbesucher.

Corona soll wenigstens inhaltlich für Highlights sorgen

Die Folgeveranstaltungen Medica 2021 und Compamed 2021 werden im nächsten Jahr laut Diener im hybriden Konzept, bestehend aus der Kombination von Live-Plattformen für Fachbesucher auf dem Düsseldorfer Messegelände plus digitaler Angebote, durchgeführt.

Im Rahmen der diesjährigen „virtual.Medica“ und „virtual.Compamed“ erwartet die Entscheider aus allen Bereichen der Gesundheitswirtschaft, wie Diener hervorhebt, ein umfangreiches Angebot bestehend aus den drei zentralen Bereichen: „Conference Area“ (Konferenz- und Forenprogramm), „Exhibition Space“ (Aussteller und Produktneuheiten) sowie „Networking Plaza“ (Netzwerken/Matchmaking).

Zur rein virtuellen Ausgabe der beiden Fachmessen werde die Messe Düsseldorf mit den involvierten Verbänden und Partnern das Beste für das Streaming heraussuchen aus den bislang geplanten 600 Sessions der Fachforen und Konferenzen heraussuchen. „Insbesondere Highlights mit hoher Corona-Relevanz erwartet die Teilnehmer der virtuellen Formate“, heißt es in einer Mitteilung. Dazu kämen vielfältige Web-Präsentationen der Aussteller zu ihren Innovationen sowie der Online-Matchmaking-Bereich zum Knüpfen von Business-Kontakten inklusive Video-Webmeeting-Funktion.

Etablierte Foren sorgen auch online für heiße Diskussionen

Das Fachprogramm der Medica warte mit Veranstaltungen rund um technische, ökonomische oder auch gesundheitspolitische Trends und Fragestellungen auf. Vertreten seien auch die inzwischen etablierten Foren, wie das Connected Healthcare, das Health IT, das Labmed oder auch das Econ Forum, bei dem es regelmäßig zum gesundheitspolitischen Schlagabtausch mit Bundes- und Landesministern sowie weiteren hochrangigen gesundheitspolitischen Akteuren kommt.

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