Das Krankenhaus der Zukunft von Asklepios öffnet sich nach außen

Vor einigen Jahren hat der Klinikkonzern Asklepios mit der Vorstellung seines Future Hospitals in Hamburg Furore gemacht. Nach den Ärzten sollen nun Patienten mit der Klinik vernetzt werden.

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:

BERLIN. In einer zweiten Runde ihres viel beachteten Future Hospital Programms möchten die Asklepios-Kliniken Gesundheitsakten, Telemedizin und mobile Dienstleistungen für Patienten anbieten. Kooperiert wird dazu unter anderem mit Siemens, Intel, Vodafone und der CompuGROUP.

Über den Computer sollen in Zukunft auch Patienten Zugriff auf ihre Daten im Krankenhaus der Zukunft von Asklepios haben. © Kay Ransom / fotolia.com

Über den Computer sollen in Zukunft auch Patienten Zugriff auf ihre Daten im Krankenhaus der Zukunft von Asklepios haben. © Kay Ransom / fotolia.com

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Im Rahmen des vor fünf Jahren gestarteten Future Hospital Programms wurden mittlerweile viele Asklepios-Kliniken per Videokonferenz vernetzt. Experten können konzernweit in Telekonsultationen miteinander in Kontakt treten. Außerdem werden Patientendaten teilweise über eine elektronische Fallakte nachbetreuenden Einrichtungen zugänglich gemacht.

"In der nächsten Stufe geht es jetzt darum, den Patienten stärker einzubeziehen", erläuterte Konzern-Vorstand Dr. Tobias Kaltenbach bei einem Pressegespräch in Berlin.

Ein zentraler Bestandteil soll eine webbasierte Gesundheitsplattform für Patienten sein, die das Unternehmen Siemens unter Einsatz der von Microsoft in den USA entwickelten HealthVault-Technologie erstellt.

"In einem Szenario sollen Patienten die Möglichkeit bekommen, Arztbriefe in ihre persönliche Dokumentation zu übernehmen", erläuterte Roland Neuhuber, Global Head Healthcare bei Siemens IT Solutions. Die Patienten können auch mit Hilfe von derzeit knapp 70 zertifizierten Messgeräten Vitaldaten in die Akte einstellen. Das Besondere: HealthVault ist eine offene Plattform, auf der auch andere Applikationen umgesetzt werden können. Patienten können dann frei bestimmen, für welche Anwendungen sie ihre Daten freischalten möchten.

"Die Daten lagern verschlüsselt im Siemens-Rechenzentrum", sagte Neuhuber in Berlin. "Eine Anmeldung über Nutzerkennung und Passwort ist genauso denkbar wie der Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte."

Eine weitere Anwendung, die Asklepios in den nächsten Monaten in Pilotprojekten testen möchte, ist eine IT-Plattform für die telemedizinische Nachbetreuung von stationären Patienten. Partner ist hier Intel. Die medizinische Kompetenz kommt von einem telemedizinischen Service-Center, das Asklepios alleine oder in Kooperation mit Dritten einrichten möchte.

In Richtung ambulante Medizin zielt die Mobilfunkanwendung "Mein Wartezimmer" von CompuGROUP und Vodafone. Klinikambulanzen können Patienten kurzfristig mobil informieren, wenn mit Wartezeiten zu rechnen ist. "Die Anwendung wird in allen CompuGROUP-Systemen implementiert. Sie ist zunächst für Klinikambulanzen gedacht, kann aber künftig auch von niedergelassenen Ärzten eingesetzt werden", sagte Michael Franz, Senior Vice President für E-Health bei der CompuGROUP.

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