Praxis-EDV

Der E-Arztbrief gewinnt an Fahrt

In Nordrhein tauschen immer mehr Praxen Daten mit Kollegen via D2D-Plattform aus. Das Besondere dabei: Die Ärzte nutzen bereits die elektronische Stapelsignatur.

Veröffentlicht: 13.05.2012, 10:27 Uhr

Die Plattform Doctor-2-Doctor - mit einem Lächeln.

KÖLN (iss). Im rheinischen Düren gewinnt die Arbeit mit dem strukturierten elektronischen Arztbrief an Fahrt. Während Ende 2011 gerade einmal 33 Dokumente über die D2D-Telematikplattform verschickt worden waren, lag ihre Zahl Ende März bereits bei knapp 800.

Die Besonderheit in Düren: "Hier setzen die Ärzte zum ersten Mal im Echtbetrieb die qualifizierte elektronische Signatur ein", sagt Gilbert Mohr, Leiter der Stabsstelle IT in der Praxis der KV Nordrhein. "Wir beweisen, dass es funktioniert", sagt er der "Ärzte Zeitung".

Der Einsatz der elektronischen Arztbriefe ist Teil eines Projekts zu Entwicklung und Betrieb einer einrichtungsübergreifenden elektronischen Fallakte. Beteiligt sind 180 der 200 Arztpraxen in Düren und die drei Krankenhäuser. Ab 2013 sollen sie die signierten Arztbriefe in die Akte einstellen.

In einem Zwischenschritt ist bereits die direkte elektronische Versendung von Arzt zu Arzt möglich. Die Mediziner können dafür die Dokumente in ein PDF-Format konvertieren und sie mit Stapelsignatur versenden - vorausgesetzt, sie haben einen elektronischen Heilberufeausweis der neuen Generation.

Das vereinfachte Verfahren komme gut an bei den rund 40 Hausärzten und vier Facharztpraxen, die es bis Ende März eingesetzt hatten. "Die Hausärzte sind froh, dass sie die Dokumente nicht mehr einscannen müssen und eine rechtsverbindliche Lösung haben", berichtet Mohr.

Wegen der guten Resonanz bei den Ärzten verbreite sich das Konzept im Schneeballsystem in den Praxen. Bald werde auch eine große Laborpraxis teilnehmen. "Nach der Sommerpause kommen die Krankenhäuser hinzu", sagt er.

2013 sollen Ärzte und Krankenhäuser damit beginnen, die elektronischen Arztbriefe in die elektronische Fallakte einzustellen. Gleichzeitig startet dann auch das Controlling, also die Zusammenführung und Auswertung von Daten aus Praxen und Kliniken.

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