Positionspapier Telemedizin

Digi-Verband: Videosprechstunden-Abrechnung „unnötig kompliziert gestaltet“

Die Neuregelungen zur telemedizinischen Versorgung gehen dem Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung an einigen Stellen nicht weit genug. Er sieht einiges an Nachbesserungsbedarf.

Veröffentlicht:
Eine zentrale Forderung des Spitzenverbands Digitale Gesundheitsversorgung ist es, die Regelungen zu Videosprechstunden zukunftstauglich und moderner zu gestalten.

Eine zentrale Forderung des Spitzenverbands Digitale Gesundheitsversorgung ist es, die Regelungen zu Videosprechstunden zukunftstauglich und moderner zu gestalten.

© fotodesignart / stock.adobe.com

Berlin. Der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung (SVDGV) appelliert an den Gesetzgeber, telemedizinische Sprechstunden aufzuwerten. Das geht aus einem Positionspapier hervor, das der Verband am Montag veröffentlicht hat. Darin nimmt er Stellung zum Kabinettsentwurf des Gesetzes zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG). Der Kabinettsentwurf sieht die Ausweitung der Telemedizin vor sowie einige Neuregelungen. Die gehen dem SVDGV, der die Interessen der Telemedizinanbieter in Deutschland vertritt, nicht weit genug. Er fordert in seinem Positionspapier daher unter anderem, die Abrechnungsmodalitäten für Videosprechstunden zu vereinfachen und praxisnäher auszurichten. Mit den aktuellen Regelungen im EBM sei die Abrechnung von Videosprechstunden „unnötig kompliziert gestaltet“, heißt es in dem Positionspapier.

Weiter fordert der SVDGV eine „gleichwertige Vergütung für Videosprechstunden und Sprechstunden vor Ort“. Im Kabinettsentwurf ist vorgesehen, den Anteil an abrechenbaren Videosprechstunden auf 30 Prozent der ärztlichen Leistungen im Quartal zu begrenzen. Auch die Anzahl der Behandlungsfälle im Quartal, in denen ausschließlich Leistungen im Rahmen einer Videosprechstunde erbracht werden, soll auf 30 Prozent aller Behandlungsfälle begrenzt werden. „Diese Regelungen stellen unnötige Barrieren für die Durchführung von Videosprechstunden dar und stehen im Widerspruch zu einer modernen Versorgungspraxis. Sowohl die Abschläge als auch die prozentuale Begrenzung sind daher aufzuheben“, heißt es dazu vom SVDGV.

Videosprechstunden ortsungebunden ermöglichen

Außerdem sollte es der Gesetzgeber nach Ansicht des SVDGV die Grundlagen dafür schaffen, dass Videosprechstunden künftig auch außerhalb der von den KVen autorisierten Nebenbetriebsstätten möglich sind. „Vielmehr ist Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit einzuräumen, unter Einhaltung der rechtlichen Vorgaben des Bundesmantelvertrags für Ärzte, weitere Orte zu wählen, von dem aus eine Videosprechstunde durchgeführt werden kann.“

Der Kabinettsentwurf zum DVPMG sieht die Einrichtung eines zentralen Vermittlungsportals für telemedizinische Termine vor. Die Zentralisierung könnte laut SVDGV „zu einer Monopolstellung führen, die bestehende Telemedizinanbieter wirtschaftlich benachteiligen würde“. Und weiter: „Die Einrichtung eines zusätzlichen Vermittlungsportals ist damit unnötig. Mindestens aber ist bei Errichtung eines zentralen Portals dafür zu sorgen, dass alle bestehenden Telemedizinanbieter ihre Dienste unmittelbar und schlank in das Portal integrieren können“. (mu)

Mehr zum Thema

Notfallversorgung

Sächsischer Ärztetag: Notfall-Apps kompatibel machen

Unternehmensstrategie für Krankenhäuser

Patientenportal stärkt die Reichweite der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Doctolib GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
Wie patientenzentriert ist unser Gesundheitssystem?

© Janssen-Cilag GmbH

Video

Wie patientenzentriert ist unser Gesundheitssystem?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Höhen- oder Sturzflug?

© oatawa / stock.adobe.com

Zukunft Gesundheitswesen

Höhen- oder Sturzflug?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Patientenzentrierte Versorgung dank ePA & Co?

© MQ-Illustrations / stock.adobe.com

Digitalisierung

Patientenzentrierte Versorgung dank ePA & Co?

Kooperation | In Kooperation mit: Janssen-Cilag GmbH
Die Hephata-Klinik setzt 3M™ M*Modal Fluency Direct erfolgreich ein

© 3M Healthcare Germany GmbH

Spracherkennung von 3M

Die Hephata-Klinik setzt 3M™ M*Modal Fluency Direct erfolgreich ein

Anzeige | 3M Healthcare Germany GmbH
Verschiedene Gesichter

© Robert Kneschke / stock.adobe.com / generated with AI

Seltene Erkrankungen

GestaltMatcher – Per Gesichtsanalyse zur Orphan Disease-Diagnose

Künstliche Intelligenz gilt auch in der Medizin als Schlüsseltechnologie, mit deren Hilfe zum Beispiel onkologische Erkrankungen stärker personalisiert adressiert werden könnten.

© Kanisorn / stock.adobe.com

EFI-Jahresgutachten 2024 übergeben

KI: Harter Wettbewerb auch in der Medizin

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Untypisches Krankheitsbild

Hinter dieser Appendizitis steckte ein Erreger

Nicht-ärztliche Betreuung

Hypertonietherapie raus aus der Allgemeinpraxis?

Lesetipps
Globuli in Fläschchen

© ChamilleWhite / Getty Images / iStock

Leitartikel

Homöopathie: Eine bloße Scheindebatte

Eine neue Leitlinie, die Ende diesen Jahres veröffentlicht werden soll, soll Ärzten und Ärztinnen in der hausärztlichen Versorgung helfen, Patienten und Patientinnen zur Vitamin-D-Substitution adäquat zu beraten.

© irissca / stock.adobe.com

32. Jahreskongress der SGAM

Empfehlungen zur Vitamin-D-Substitution: Neue Leitlinie angekündigt