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Mecklenburg-Vorpommern

Digitale Versorgung stärkt die Adhärenz bei Schizophrenie

Ein Projekt in Greifswald unterstützt mit telemedizinischen Maßnahmen die antipsychotische Therapie von Patienten mit bipolaren Störungen.

Veröffentlicht:
Gespaltene Persönlichkeit: Wie lassen sich schizophrene Patienten an ihre Therapie binden?

Wie lassen sich schizophrene Patienten an ihre Therapie binden? Regelmäßiger Telefonkontakt mit der Pflegekraft und SMS können helfen.

© Peter Endig / ddp

Berlin. Seit der Corona-Pandemie ist die Videosprechstunde in der psychiatrischen Versorgung geradezu Standard geworden. In erster Linie richten sich diese Angebote an Patienten mit Depression oder Angststörungen. Über telemedizinische Unterstützung für eine etwas andere Zielgruppe berichtete Professorin Neeltje van den Berg von der Abteilung Versorgungsepidemiologie & Community Health der Universität Greifswald beim diesjährigen Telemedizinkongress.

Die Versorgung erfolgt im Netzwerk Psychotherapie Greifswald. Es umfasst sechs psychiatrische Institutsambulanzen (PIA) und ein gemeinsam genutztes Telemedizinzentrum. Von dort aus gibt es in Ergänzung zur PIA-Versorgung eine regelmäßige telemedizinische Kontaktaufnahme mit den Patienten durch eine geschulte Pflegekraft, überwiegend per Telefon und per SMS.

Es geht nicht um Symptomlinderung

Auch in Greifswald war das Angebot primär für Patienten mit Depression, Angststörung oder somatoformer Störung konzipiert worden. Mittlerweile wurde aber auch eine randomisierte Studie bei Schizophrenie-Patienten und bipolaren Patienten durchgeführt. Bei diesen Patienten geht es nicht um Symptomlinderung, sondern um Adhärenz zur antipsychotischen Therapie. Und die habe durch ein telefonisches Gespräch zwischen der Pflegekraft im Telemedizinzentrum und Patienten sowie wöchentlichem SMS-Kontakt stark verbessert werden können, so van den Berg.

Insgesamt hatten 120 Patienten an der Studie teilgenommen. Adhärent, definiert über einen standardisierten Adhärenz-Score, waren zu Studienbeginn nur etwa 30 bis 35 Prozent. Diese Quote wurde durch die telemedizinische Intervention über sechs Monate auf fast 70 Prozent angehoben, während sich in der Kontrollgruppe nichts veränderte. „Ein niedrigschwelliges, individualisiertes, telemedizinisches Versorgungskonzept zeigt nach stationärer und teilstationärer Behandlung gute Ergebnisse“, so van den Bergs Resümee. Und zumindest im Rahmen einer PIA-Versorgung lasse es sich auch gut in die Regelversorgung übertragen. (gvg)

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