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Digitaler Coach hilft Diabetikern zu gesünderer Lebensweise

300 Axa-Kunden haben bereits am Programm „digital.DiabetesCoach“ teilgenommen – offenbar mit Erfolg.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Persönliche Coaches, oft sind das Diabetesberater/ -beraterinnen, erklären im Zuge des Programms den Patienten die verschiedenen Aspekte ihrer Erkrankung und die notwendigen Verhaltensregeln.

Persönliche Coaches, oft sind das Diabetesberater/ -beraterinnen, erklären im Zuge des Programms den Patienten die verschiedenen Aspekte ihrer Erkrankung und die notwendigen Verhaltensregeln.

© ArTo / Fotolia

KÖLN. Die gesundheitliche Situation von Typ 1- und Typ 2-Diabetikern lässt sich durch die individuelle telemedizinisch unterstützte Begleitung verbessern. Das zeigen die Erfahrungen der privaten Axa Krankenversicherung mit ihrem Programm „digital.DiabetesCoach“.

Ziel ist es, die Teilnehmer zu einer nachhaltigen Veränderung des Lebensstils zu motivieren – vor allem gesünderer Ernährung und mehr Bewegung. „Durch die enge Begleitung erhalten die Diabetiker mehr Sicherheit im Umgang mit ihrer Erkrankung“, erläutert Manfred Jehnen, Teamleitung Patientenbegleitung Chroniker bei der Axa.

Bei dem Angebot kooperiert der Versicherer mit dem Unternehmen Deutsches Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG).

Programm auf ein Jahr ausgelegt

Zu dem Programm gehören ein regelmäßiges telefonisches Coaching durch erfahrene DITG-Mitarbeiter, der Einsatz von digitalen Messgeräten (Blutzuckermessgerät, Schrittzähler und Waage) und die automatische Übermittlung der erhobenen Daten in einen geschützten Bereich des DITG-Online-Portals.

Das Programm ist auf ein Jahr ausgelegt. Die Versicherten erhalten einen persönlichen Coach, oft sind das Diabetesberater oder -beraterinnen. Sie erklären den Patienten die verschiedenen Aspekte ihrer Erkrankung und die notwendigen Verhaltensregeln.

Coach und Diabetiker vereinbaren bestimmte Ziele wie eine Gewichtsabnahme, die Zahl der zurückgelegten Schritte oder die Senkung des HbA1c-Wertes. Vorgesehen sind je nach Bedarf 12 bis 21 ausführliche Telefonate. Dabei werden auch die erhobenen Werte und das weitere Vorgehen besprochen.

Im DITG-Portal findet der Diabetiker eine Reihe von Informationen. Sowohl der Versicherte als auch der Coach haben Zugriff auf die dort gespeicherten Daten, sie können sich über das Portal auch austauschen.

Das Programm sei medizinisch sehr fundiert, sagt Jehnen. So basiert die individuelle Betreuung auf einem Anamnesebogen, den der behandelnde Arzt ausfüllen muss. Kooperieren die Ärzte nicht, sind die Versicherten für das Programm verloren.

Im Schnitt 4,4 Kilogramm abgenommen

Der Kölner Versicherer hatte den „digital.DiabetesCoach“ zunächst in einem einjährigen Pilotprojekt getestet. „Die Ergebnisse waren so gut, dass wir uns entschieden haben, das Projekt weiterzuführen und noch auszubauen“, berichtet er.

Bislang haben gut 300 Kunden daran teilgenommen, darunter ein Viertel Typ 1-Diabetiker. „Da ist mit Sicherheit noch Potenzial“, lautet das Zwischenfazit.

Auswertungen zeigen, dass die Maßnahmen greifen. „Die medizinischen Parameter zeigen eindeutig in die richtige Richtung.“ Die Typ 2-Diabetiker haben über die zwölf Monate im Schnitt 4,4 Kilogramm abgenommen, der Body-Mass-Index-Wert ist im Schnitt um 1,4 Kilogramm pro Quadratmeter gesunken, der HbA1c um 0,88 Prozent.

Von den Diabetikern, die bei Beginn des Programms Insulin spritzen mussten, konnten 8,1 Prozent das Kurzzeitinsulin und 10,8 Prozent das Langzeitinsulin absetzen. „Das ist ein Gewinn an Lebensqualität“, sagt Jehnen.

Der Versicherer ist überzeugt davon, dass sich die Behandlungskosten durch das Programm reduzieren lassen. Eine genaue Analyse wurde noch nicht erstellt, bei Arzneimitteln sind die Effekte jedoch bereits messbar.

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