Gesundheitswirtschaft

Digitalisierung – Für viele Manager noch ein Fremdwort

Viele Gesundheitsunternehmen hadern noch mit der Digitalisierung, so eine Umfrage unter Managern der Branche.

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DÜSSELDORF. Den mangelnden Schutz von Daten und Datenmissbrauch sehen Führungskräfte aus dem Gesundheitswesen als die größte Bedrohung für ihr Geschäftsmodell an. Im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen legen sie zwar mehr Wert auf die Sicherheit ihrer Daten, unternehmen aber vergleichsweise wenig, um sich gegen Hackerangriffe aus dem Internet zu schützen. Dabei stellen Cyberattacken und der Missbrauch von Daten nicht nur ein nationales Problem dar, sondern beschäftigen Führungskräfte im Gesundheitswesen weltweit gleichermaßen.

Das zeigt die Studie "A new treatment? Healthcare findings from the 20th Annual Global CEO Survey" der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Für sie wurden nach Unternehmensangaben Führungskräfte aus 27 Ländern aus dem Gesundheitswesen befragt. Demnach sehen 82 Prozent in dem Verlust der Datensicherheit das größte Geschäftsrisiko – über alle Branchen hinweg sind es 55 Prozent. 63 Prozent der Healthcare-CEO gehen das Thema Datenschutz aktiv an (alle Branchen: 53 Prozent). Vergleichsweise wenig beachtet wird laut PwC jedoch die Gefahr aus dem Netz: 75 Prozent der Verantwortlichen sorgen sich zwar um die Folgen von Cyberattacken, doch nur 48 Prozent wappnen sich dagegen.

"Den Schutz sensibler Patientendaten zu gewährleisten ist für Unternehmen des Pharma- und Gesundheitsbereichs essenziell für die Zukunft", betont Michael Burkhart, Partner und Leiter des Bereichs Gesundheitswesen & Pharma bei PwC. Die sichere Übermittlung von Daten sei eine entscheidende Voraussetzung, um Telemedizin und digitale Anwendungen in der ambulanten Betreuung zu ermöglichen, ergänzt er. "Zudem ist der Gesundheitsbereich wie kaum eine andere Branche darauf angewiesen, für Therapie und Forschung Patientendaten in möglichst großer Zahl auszuwerten", verdeutlicht Burkhart.

Das Gesundheitswesen ist im Umbruch, attestiert PwC als weiteres Ergebnis der Umfrage: 86 Prozent der befragten CEO gingen demnach davon aus, dass digitale Technologien die Branche innerhalb der kommenden fünf Jahre von Grund auf wandeln. Das berge Chancen: 52 Prozent erwarten innerhalb der nächsten drei Jahre eine positive Umsatzentwicklung – im vergangenen Jahr seien es nur 37 Prozent gewesen. 46 Prozent rechneten bereits in den kommenden zwölf Monaten mit einem guten Geschäft – das liegt deutlich über dem Schnitt der sonstigen Wirtschaft von 38 Prozent weltweit. Am höchsten sind die Erwartungen im Bereich der Arzneimittel und Biowissenschaft. (maw)

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