Flüchtlingsversorgung

Dolmetscher soll per Video helfen

Fehlende Dolmetscher sind eines der größten Probleme bei der medizinischen Versorgung von Asylbewerbern. Eine Online-Plattform bietet Ärzten Übersetzung an.

Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG. Um Sprachbarrieren in der Behandlung von Asylbewerbern abzubauen, bietet die Online-Plattform arztkonsultation.de Ärzten die Möglichkeit, kostenfrei einen Dolmetscher über eine Video-Lösung hinzuzuschalten.

Die Initiative "Flüchtlinge verstehen" ist zunächst als Pilotprojekt angelegt und wird von der Bertelsmann Stiftung evaluiert.

In der Pilotphase stehen werktags zwischen 9 und 13 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr Dolmetscher für arabisch, englisch und russisch zur Verfügung. Albanisch, persisch, polnisch, portugiesisch, serbisch und spanisch wird ohne feste Bereitschaftszeiten angeboten.

Nach einer einmaligen Registrierung kann sich der Arzt während der Behandlung des Asylbewerbers in ein virtuelles Sprechzimmer einloggen.

Übersetzer per Zuschaltung

Hier sieht er jeweils die Dolmetscher, die in diesem Moment verfügbar sind. Dolmetscher, die gerade im Gespräch sind, werden nicht angezeigt. Per Konferenz kann der Übersetzer dann zugeschaltet werden.

"Die Technologie ist bereits im Einsatz und datenschutzrechtlich geprüft", so Timo Thranberend, Projektmanager bei der Bertelsmann Stiftung, im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Die Idee sei entstanden, als man überlegte, vorhandene Technologien auf das bestehende Problem zu adaptieren.

Ärzte können sich kostenfrei registrieren, auch muss der Arzt für den Dienst kein Kunde von arztkonsultation.de sein. Eine zusätzliche Softwareinstallation ist nicht nötig. "Technische Voraussetzungen sind PCs, Laptops oder Android-Tablets mit Webcam und Internet-Zugang", heißt es auf der Internetseite.

"25.000 Euro plus Eigenleistungen"

Das Budget für das Angebot, das Ärzte kostenlos nutzen können, beträgt laut Marc Mausch, Geschäftsführer von arztkonsultation.de, "25.000 Euro plus Eigenleistungen". Die Dolmetscher würden von der Plattform bezahlt.

"Möglich wurde dies durch Querfinanzierung mit Programmiertätigkeiten", versichert Mausch.

Nach der Pilotphase müsse die Finanzierung neu geregelt werden. Voraussetzung für eine Fortführung sei die Finanzierung der Dolmetscher durch Dritte, betont Mausch. "Finden wir keinen Financier, werden wir den Ärzten anbieten, die Dolmetscher direkt selbst zu bezahlen, sodass das Angebot dauerhaft aufrecht erhalten werden wird." (jk)

Das Angebot finden Ärzte unter www.arztkonsultation.de/fluechtlinge-verstehen

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Konferenz

„Safety Camp“: Virtuelles Monitoring im häuslichen Umfeld

Stressfreie Blutabnahme

So lassen sich Schmerzen durch Nadelstiche bei kleinen Kindern mindern

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Detailansicht eines Windrades: Bringt eine ökologisch nachhaltige Geldanlage auch gute Rendite? Anleger sollten auf jeden Fall genau hinschauen.

© Himmelssturm / stock.adobe.com

Verantwortungsbewusstes Investment

„Nachhaltig – das heißt nicht, weniger Rendite bei der Geldanlage!“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

NutriNet-Santé-Studie

Viel Konservierungsstoffe in der Nahrung – erhöhtes Krebsrisiko?

Datenanalyse

Demenzschutz durch Zosterimpfung: Studie liefert erneut Hinweise

Lesetipps
Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte „ePA“.

© Daniel Karmann/dpa

Neue Funktion

E-Patientenakte: Volltextsuche für Ärzte geplant

So bitte nicht! Leichter kann man es Hackern kaum machen.

© Oleksandr Latkun/imageBROKER/picture alliance

Update

Datenschutz

Tipps: Darauf sollten Praxisteams bei Passwörtern achten