Innovative Health-Start-ups

Dubai soll Drehscheibe werden

Steueranreize, ein gutes Innovationsklima und noch einiges mehr sollen Health-Start-ups deutscher Provenienz nach Dubai ziehen. Das Emirat will in der gesamten Versorgungskette in der ersten Liga mitspielen.

Von Matthias Wallenfels Veröffentlicht: 12.06.2019, 06:33 Uhr
Dubai soll Drehscheibe werden

Nicht nur in der Skyline will das Emirat Dubai hoch hinaus.

© Dubai Health Authority

DUBAI. Dubai soll sich zu einer globalen Drehscheibe für Medizintourismus entwickeln, so die Vision seines Herrschers Scheich Mohammed bin Rashid al Maktoum, der auch Vizepräsident und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ist. Verankert ist dies in der 2016 verabschiedeten „Dubai Health Strategy 2021“.

Das Emirat will dabei mehrgleisig fahren und sowohl Medizintouristen aus aller Welt bei sich von international anerkannten Spezialisten auf höchstem Niveau behandeln lassen als auch ein bedeutender Heimathafen innovativer Health-Start-ups werden.

Auch Jungunternehmer aus Deutschland will Dubai ansprechen – mit vielen steuerlichen und anderen Anreizen, wie Dr. Ibtesam al Bastaki, bei der Gesundheitsbehörde Dubai Health AUTHORity (DHA) Director Investments & Public-private Partnerships, im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“ erläutert.

Schwerpunkt Smart Health

„Wir haben großes Interesse an Investitionen in Smart-Health-Initiativen in Dubai, und verschiedene Freihandelszonen bieten attraktive Anreize und unterstützen solche Start-up- Gründungen, die sich auf Gesundheitstechnologien und Innovationen konzentrieren“, ergänzt al Bastaki.

In Dubai gibt es nach ihren Angaben eine Reihe von Inkubatorprogrammen zur Unterstützung von Innovationen im Bereich der Gesundheitstechnologie. Das Dubai Future Accelerator Program der DHA sei ein Beweis für das Engagement und die Unterstützung bei der Entwicklung eines robusten, durch Technologie und Innovation unterstützten Gesundheitsökosystems.

Ein deutlicher Anreiz zur Niederlassung in Dubai bestehe für Jungunternehmer aus Deutschland darin, dass zum Beispiel keinerlei Einkommen- oder Körperschaftsteuern anfielen und es auch keine Einschränkungen bei der Rückführung von Gewinnen gebe.

„Dubai ist führend bei der Beteiligung der Privatwirtschaft am Gesundheitswesen in der Region Nahost und Nordafrika. Die privatwirtschaftlichen Gesundheitsdienstleister in Dubai haben zur Entwicklung eines starken Gesundheitsökosystems beigetragen“, führt al Bastaki weiter aus.

Wie eine Art Exzellenzcluster seien zum Beispiel die Freihandelszonen und Kompetenzzentren wie der Dubai Science Park oder die Dubai Healthcare City AUTHORity zu sehen, in denen sich deutsche Health-Start-ups niederlassen könnten. Diese böten das Netzwerk und das Ökosystem, das die Entwicklung innovativer Medizintechnik oder digitaler Gesundheitslösungen unterstützen könne.

Schon seit Jahren zieht Dubai vor allem größere Unternehmen aus der Medizintechnik an. Siemens Healthineers sei, wie al Bastaki exemplarisch hinweist, ein aktiver Interessenvertreter im Gesundheitssektor von Dubai sowie den VAE und arbeite sowohl mit dem privaten als auch mit dem öffentlichen Sektor zusammen.

In Dubai seien zudem mehrere weitere deutsche und europäische Unternehmen aus den Bereichen Gesundheitsversorgung, Pharma, Medizintechnik und Biowissenschaften angesiedelt.

„Wir begrüßen weitere Investitionen und Beteiligungen etablierter deutscher Unternehmen, die in Dubai investieren und sich dort niederlassen“, rührt al Bastaki die Werbetrommel.

Effizienz und Qualität im Fokus

Dubai erhoffe sich von den innovativen Ideen der Health-Start-ups auch einen weiteren Schub für das ohnehin schon stetig wachsende Geschäft mit Medizintouristen.

„Investitionen und ein unterstützendes Ökosystem für Gesundheitsinnovationen sowie die Einführung fortschrittlicher Gesundheitstechnologien werden die Entwicklung nachhaltiger, effektiver und effizienter Gesundheitsdienste fördern, die sich auf erstklassige klinische Ergebnisse und wertorientierte Pflege konzentrieren.

Dies würde sicherlich die Position Dubais als Bienenstock für etablierte und qualitativ hochwertige spezialisierte und elektive Dienstleistungen für Patienten, die zur medizinischen Versorgung aus dem Nahen Osten, Afrika und Asien nach Dubai kommen, weiter stärken“, postuliert al Bastaki.

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