Direkt zum Inhaltsbereich

Eine EDV-Schnittstelle für alle Selektivverträge

Der Erfolg einzelner Selektivverträge hängt auch davon ab, wie sich die Verträge ohne Mehrkosten in die Praxis-EDV integrieren lassen. Deshalb bringt die KV-Telematik Arge nun eine Standard-Schnittstelle auf den Weg.

Veröffentlicht:
EDV in der Arztpraxis: Wer in Selektivverträgen eingeschrieben ist, soll künftig von einer einheitlichen Datenschnittstelle profitieren.

EDV in der Arztpraxis: Wer in Selektivverträgen eingeschrieben ist, soll künftig von einer einheitlichen Datenschnittstelle profitieren.

© idrutu / fotolia.com

Bei den Selektivverträgen soll es für teilnehmende Arztpraxen künftig eine Vereinfachung geben. Die Telematik-Arbeitsgemeinschaft der KVen und KBV (KV-Telematik Arge) stellt nämlich eine bundesweit standardisierte EDV-Schnittstelle für die Verträge zur Verfügung.

Und diese stehe allen Herstellern von Praxisverwaltungssystemen (PVS) offen, erklärt Helmut Konradt, Geschäftsführer der KV-Telematik Arge.

Das heißt, alle PVS-Anbieter können die Schnittstelle technisch in ihren Software-Programmen umsetzen und sich anschließend von der Arge zertifizieren lassen. Konradt: "Wir wollen hier ganz bewusst niemanden ausgrenzen."

Arge will massenhafte Einzelanwendungen vermeiden

Ganz im Gegenteil: Ziel der Standardlösung sei es, zum einen eine einheitliche Grundstruktur für die vielen unterschiedlichen Selektivverträge zu schaffen. So dass die Hersteller nicht für jeden Vertrag eine neue Schnittstelle in den Systemen implementieren müssten.

Zum anderen will die KV-Telematik Arge verhindern, dass jeder PVS-Anbieter anfängt, selbst an Schnittstellen zu basteln. Denn letztlich würden sich die verschiedenen Lösungen ja doch nur in Nuancen unterscheiden, so Konradt.

Das soll nicht nur die Arbeit der Hersteller und in den Praxen erleichtern. - Die Praxis könnte so nämlich über eine Schnittstelle alle Verträge, allerdings mit der KV, abrechnen. - Es spart vor allem auch den Ärzten einiges an Kosten und sichert damit den Erfolg der Verträge: Wenn eine Praxis an mehreren Selektivverträgen teilnimmt und für jeden eine neue Schnittstelle benötigt, dann muss die Praxis nicht nur mehrfach eine Implemtierungsgebühr an ihren PVS-Anbieter abdrücken, auch die Wartungskosten der Praxis-Software erhöhen sich entsprechend.

Und da würden gerade kleinere Praxen schon einmal nachrechnen, ob es sich für sie überhaupt lohnt, bei so einem Vertrag mitzumachen, sagt Konradt.

Schnittstelle ist keine Alleingang der Arge

Dabei sei der Zuspruch auf Herstellerseite groß. "Wir haben bereits von mehreren Anbietern die Zusage, dass sie die Schnittstelle umsetzen wollen", berichtet Konradt. Einzelne Anbieter, etwa Duria, hätten dies sogar schon längst getan.

Außerdem steht die Arge mit dem AOK Bundesverband im Gespräch. Hier geht es darum, dass auch die AOK die bundesweit einheitliche Schnittstelle mitträgt. Bis ein Ergebnis vorliegt lehnt die KV-Telamtik Arge sämtliche Aktivitäten ab, die das Ziel haben, andere als ihre eigene Schnittstelle zum Einsatz zu bringen.

Die Schnittstelle wurde übrigens gemeinsam mit verschiedenen PVS-Herstellern entwickelt und ist kein Alleingang der KV-Telematik Arge. Sie sei bereits sei 1. Januar dieses Jahres erfolgreich im Einsatz, heißt es in einer Mitteilung der Arge.

In den nächsten Tagen solle die Architektur auch auf der Website der Arbeitsgemeinschaft (www.kv-telematik.de) veröffentlicht werden, berichtet Konradt.

Technisch sorgt die Schnittstelle für einen reibungslosen Import von wichtigen Vertragsregeln und -daten, etwa Rabatten fürs Verordnungsmanagement, ins PVS und einen reibungslosen Export von Abrechnungsdaten aus dem PVS an die KV. (reh)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Arzt entwickelt MFA-Börse

So finden Praxisinhaber die MFA, die zu ihnen passt

Umfrage

Zi-Praxis-Panel geht in eine neue Runde

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Dr. Tino Großmann, Senior Vice President Connectivity bei der CompuGroup Medical

© CGM

„ÄrzteTag extra“-Podcast

„Die eAU wird der entscheidende Meilenstein sein“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: CompuGroup Medical
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?

Arzt entwickelt MFA-Börse

So finden Praxisinhaber die MFA, die zu ihnen passt

Von DiGA bis Chatbot

Wie Dr. KI die rheumatologische Versorgung verbessert

Lesetipps
Ein Stapel mit vielen Büchern

© Frank Rumpenhorst/dpa

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Blick über die Schulter eines Trompeters, der ein Konzert spielt.

© Kitreel / Stock.adobe.com

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte