Verstoß gegen Vergaberichtlinien?

Ermittlungen gegen Mitarbeiter von Charité-Tochter

Gegen ein Tochterunternehmen der Charité laufen wieder Ermittlungen. Untersucht werden Vorwürfe der Untreue und des Verstoßes gegen Vergaberichtlinien.

Veröffentlicht:
In Berlin nimmt die Staatsanwaltschaft die Charité Facility Management GmbH unter die Lupe.

In Berlin nimmt die Staatsanwaltschaft die Charité Facility Management GmbH unter die Lupe.

© studio v-zwoelf / stock.adobe.com

Berlin. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen die Charité Facility Management GmbH (CFM) wieder aufgenommen, darüber berichtet der Rundfunksender „rbb”. Seit Juni werde gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma Charité Facility Management GmbH (CFM) ermittelt wegen des Verdachts der Untreue und Verstößen gegen Vergaberichtlinien für Aufträge. Details und Schadenssummen nannte die Staatsanwaltschaft gegenüber dem rbb nicht.

2021 hatte die Charité eine Sonderprüfung durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Gang gesetzt, nachdem über das Hinweisgebersystem ein mögliches Fehlverhalten bei der CMF gemeldet worden war. Konkret, so das Universitätsklinikum, sei es um acht Einzelsachverhalte gegangen. „Es wurden einzelne Verstöße gegen das Vergaberecht sowie gegen interne Compliance-Vorschriften festgestellt. Es wurde kein strafrechtlich relevantes Zusammenwirken von CFM-Mitarbeitern festgestellt”, erklärte Charité-Sprecherin Manuela Zingl auf Anfrage.

Nachforschungen schon einmal eingestellt

So seien alle Leistungen erbracht worden und auch die Erforderlichkeit der Leistungen sei gegeben gewesen. Bei der Charité sei es in keinem der geprüften Sachverhalte zu einem Vermögensschaden gekommen, so Zingl. Mangels Tatverdachts stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen im Dezember ein. Aufgrund von einer Medienanfrage, so eine mögliche Erklärung, könne die Berliner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen jetzt wieder aufgenommen haben.

Bereits im März hat Linken-Politiker Tobias Schulze im Berliner Abgeordnetenhaus gefragt, ob es bei CFM Verstöße gegeben habe, weil er aus Gremien der Charité heraus auf diesen Vorgang aufmerksam gemacht wurde. Die CFM ging 2019 in die Charité über und war davor privatisiert.

„Ich vermute, dass sowohl während der Zeit der teilprivaten Gesellschaft als auch unmittelbar nach der Eingliederung Bedingungen bestanden, die eine Verantwortungsdiffusion und damit auch unzureichende Controllingprozesse begünstigten. Die Rekommunalisierung war gerade aus dieser Sicht richtig, um bei dieser Größenordnung an Aufträgen ein transparentes und korrektes Beschaffungswesen sicher zu stellen”, sagte Tobias Schulz der “Ärzte Zeitung”. (mas)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

BA beschließt Chronikerversorgung light

Neue Versorgungspauschale erstreckt sich lediglich auf vier Krankheitsbilder

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Gesetzliche Unfallversicherung

Arbeitsunfall: Was bei der Schmerzversorgung gilt

RCTs und Real-World-Evidenz

Wie gut die RSV-Impfung bei Erwachsenen wirkt – und ankommt

Frauenärztin und Aufklärerin auf Instagram

Dr. Annika Schauer: Gynfluencerin und Wies’n-Kellnerin

Lesetipps
Schrörs

© Porträt: Antje Boysen/DEGAM | Sp

Sie fragen – Experten antworten

Brustkrebspatientin gegen Herpes zoster impfen?