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Digitale Gesundheit

Es scheitert bisher an den Kosten

Die digitale Gesundheitsversorgung ist auf dem Vormarsch. Doch die Nachfrage hält sich noch in Grenzen.

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KIEL. Mehr als 50 Projekte in Schleswig-Holstein beschäftigen sich mit telematischen Strukturen und Weiterentwicklungen im Gesundheitswesen. Eine Auswahl präsentierte die Techniker Krankenkasse auf einer Veranstaltung in Kiel.

Eines der vorgestellten Projekte ist die Online-Sprechstunde des Unternehmens Patientus. Diese kann nicht nur zwischen Arzt und Patient eingesetzt werden, um zu starken Andrang in den Wartezimmern zu vermeiden. In Kooperationen soll in Kürze auch der Austausch zwischen Hausarzt und Facharzt hierüber erfolgen.

Eine nordfriesische Hausarztpraxis wird demnächst ihre Zweigstelle an der dänischen Grenze mit einer Augenarztpraxis im rund 100 Kilometer entfernten Rendsburg verbinden.

Augenarzt Dr. Jon-Marten Heisler empfahl, für die Online-Sprechstunde nicht nur Ärzte, sondern auch das Personal am Empfang zu sensibilisieren. Denn noch ist die Nachfrage der Patienten nach der Online-Sprechstunde in seiner Praxis überschaubar.

Selbsthilfe digital

Trotzdem sorgen auch Patienten dafür, dass immer häufiger digital kommuniziert wird. Dies gilt auch unter Selbsthilfegruppen. So tauschen sich unter Administration einer Kieler Migräne-Patientin 20.000 Menschen weltweit über ein elektronisches "Headbook" über ihr Krankheitsbild aus, weitere 20.000 verfolgen die Beiträge.

In einer geschlossenen Facebook-Community zum Thema sind 6000 Migräne-Patienten Mitglied. Ärzte wie der Kieler Kopfschmerz-Experte Professor Hartmut Göbel erwarten, dass dieser Trend mittelfristig zunehmen wird.

Göbel setzt wie berichtet auf eine Migräne-App, mit der die Patienten alle relevanten Daten für ihr Krankheitsbild aufzeichnen und den behandelnden Arzt damit informieren können.

Patienten wollen nicht zusätzlich füe E-Health zahlen

Als Hürde für die Ausbreitung der digitalen Kommunikation im Gesundheitswesen wurden die Kosten ausgemacht – Patienten sind oft nicht bereit, zusätzliche Ausgaben für telemedizinische Anwendungen zu tragen, wie die Vizepräsidentin des Landfrauenverbandes Schleswig-Holstein, Ulrike Röhr, zu bedenken gab.

Ihr Verband will in den kommenden Monaten in mehreren Veranstaltungen zusammen mit der Ärztekammer Schleswig-Holstein auf noch bestehende Bedenken unter den Mitgliedern über Telemedizin eingehen.

Dem Verband gehören über 30.000 Mitglieder insbesondere in dünner besiedelten Regionen an. Röhr ist überzeugt, dass auch telemedizinisch vernetzte nicht-ärztliche Versorgungsassistentinnen auf Akzeptanz vor Ort stoßen.

Deutlich mehr Vertrauen in digitale Gesundheitsversorgung haben die Menschen in Estland. Kristiina Omri, Wirtschafts- und Handelsdiplomatin ihres Landes an der Botschaft in Berlin, berichtete in Kiel von den digitalen Strukturen in Estland.

Der komplett digital funktionierende Austausch dort ist nach ihrer Ansicht nur möglich gewesen, weil Regierung und Unternehmen frühzeitig investiert und den Menschen mit Projekten die Vorteile deutlich gemacht haben. (di)

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