SARS-CoV-2

Europäische Krebszentren üben sich in Pandemie-Sicherheit

Innerhalb weniger Wochen mussten europäische Krebszentren sowohl die Patientenversorgung als auch ihre Forschungsaktivitäten aufgrund der Ausbreitung von COVID-19 anpassen und neu organisieren. Jetzt ziehen sie Bilanz.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Infusion zu Corona-Zeiten: Krebspatienten haben ein besonders hohes Infektionsrisiko für SARS-CoV-2.

Infusion zu Corona-Zeiten: Krebspatienten haben ein besonders hohes Infektionsrisiko für SARS-CoV-2.

© Philip Benjamin/NCT

Heidelberg. Greifen die verschiedenen Maßnahmen, die Krebszentren im Zuge des Corona-Pandemiegeschehens im Übergang vom Winter zum Frühling europaweit in Windeseile ergreifen mussten, um das Infektionsrisiko für die Patienten zu minimieren und gleichzeitig die Versorgung mit den notwendigen Behandlungen nicht zu beeinträchtigen? Sieben führende europäische Krebszentren, die Teil des Netzwerkes Cancer Core Europe (CCE) sind, darunter das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) gemeinsam mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, veröffentlichten ihre Erfahrungen und getroffenen Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie nun im Fachmagazin „Nature Medicine“ (26, 665–671/2020).

Klinische Studien auf Prüfstand

Um Krebspatienten zu schützen, mussten, wie die Autoren betonen, Behandlungen individuell an das Infektionsrisiko der jeweiligen Patienten angepasst und persönliche Kontakte reduziert werden. Gleichzeitig sollte die Versorgung mit allen medizinisch notwendigen Untersuchungen und Therapien so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.

Laufende klinische Studien seien geprüft und einzeln bewertet worden, ob diese fortgesetzt werden können. Eine Reihe von Maßnahmen sei ergriffen worden, um auch unter den aufgetretenen Engpässen, beispielsweise für Schutzkleidung, Intensivbetten und Infektionstests, ihren hohen Versorgungsstandard aufrechterhalten zu können.

Um die kontinuierliche Versorgung onkologischer Patienten während der Corona-Krise sicherzustellen, raten die Zentren zu folgenden Maßnahmen in anderen Einrichtungen:

  • Anpassung klinischer Aktivitäten und Strukturen, um Krebspatienten vor einer COVID-19 Erkrankung zu schützen. Dazu gehört auch die Anpassung von Standardroutinen aufgrund von Sicherheitsbedenken;
  • Kontinuierliche Kommunikation mit den Patienten und Sicherung der psychosozialen Betreuung;
  • Qualifiziertes und geschultes Personal sowie ausreichende Kapazitäten vorzuhalten, um das eigene Personal auf SARS-CoV-2 testen zu können;
  • Kontinuierliche Bewertung der Behandlungskapazitäten sowie Abwägung, ob alternative – beispielsweise kürzere Behandlungsschemata oder kurzzeitige Verschiebungen bestimmter Behandlungen – angezeigt sind, sowie die
  • Zusammenarbeit mit regionalen und nationalen Partnern, um die Versorgung der Patienten aufzuteilen.

„Angesichts der dynamischen und vielschichtigen Herausforderungen der Pandemie ist ein intensiver Erfahrungsaustausch von besonderer Bedeutung, um in den Zentren des CCE die Kontinuität der Krebsversorgung sicherzustellen“, verdeutlicht Stefan Fröhling, Geschäftsführender Direktor des NCT Heidelberg und Leiter der Abteilung für Translationale Medizinische Onkologie am DKFZ. „Die Ergebnisse fließen in Empfehlungen ein, die Krebszentren und Krankenhäuser nutzen können, um ihre Abläufe anzupassen und ,pandemiesicherer‘ zu machen“, ergänzt Michael Baumann, Wissenschaftlicher Vorstand des DKFZ.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Durvalumab im Real-World-Vergleich

© Springer Medizin Verlag

ED-SCLC

Durvalumab im Real-World-Vergleich

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Abb. 1: Finale Analyse der SPOTLIGHT-Studie zum fortgeschrittenen, Claudin-18.2-positiven und HER2-negativen Adenokarzinom des Magens/AEG: Gesamtüberleben (PPS-Population)

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [8]

Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Zolbetuximab: Standardtherapie bei CLDN18.2+/HER2− Magenkarzinomen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Flüssigbiopsie im Test

Pankreaskrebs: Früherkennung in Sicht?

Lesetipps
Virtuelle Checkboxen

© chinnarach / stock.adobe.com

Praxisführung

So profitieren Praxisteams von Qualitätsmanagement