Kommentar

Falsche Erwartungen bei PJ

Von Helmut LaschetHelmut Laschet Veröffentlicht:

Wenn drei Viertel der PJler den im Masterplan Medizinstudium 2020 vorgesehenen Pflichtteil in der Ärztlichen Prüfung ablehnen und 57 Prozent das geplante Pflichtquartal in der ambulanten Medizin negativ sehen, reicht es nicht aus , dies damit zu erklären, Zwang sei schlecht, die freie Entscheidung sei besser. Und, so schiebt der Marburger Bund als weiteren Grund nach: Gäbe es genügend Studienplätze, dann wären auch ausreichend Interessenten für die ambulante Medizin und die Allgemeinmedizin im Besonderen vorhanden.

Das ist Wunschdenken. Und Illusion. Die aber möglicherweise auch auf Informationsmangel beruhen. Viele medizinische Innovationen haben die ambulante Medizin so gestärkt, dass in Krankenhäusern gar nicht mehr das volle Leistungsspektrum der Medizin abgebildet werden kann – entsprechend arbeitet die Ärzteschaft an einer Reform der Weiterbildungsordnung.

Weiter: Alle Versorgungsnotwendigkeiten zeigen, dass gerade die Allgemeinmedizin einen besonders hohen Nachwuchsbedarf hat und inzwischen viel für deren Attraktivität getan wird. Da ist noch viel Informations- und Überzeugungsarbeit beim Nachwuchs zu leisten. Auch deshalb, um aus Illusionen resultierende Enttäuschung im realen Berufsleben zu vermeiden.

Lesen Sie dazu auch: MB-Umfrage: PJler fühlen sich oft als Lückenbüßer

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