Krebs

Forscher gewinnen Crowdsourcing-Preis

Würzburger Forscher glänzen mit ihrer Arbeit gegen das Hochrisiko-Myelom. Als Preis erhalten sie Mittel aus dem Crowdsourcing.

Veröffentlicht:

SALT LAKE CITY. Forscher der Universität Würzburg haben das erste Crowdsourcing der Myelom Crowd Forschungsinitiative (MCRI) gewonnen. Dr. Hermann Einsele und Dr. Michael Hudecek in Würzburg werden damit für ihre Forschungsarbeit zum Hochrisiko-Myelom, einem seltenen Plasmazelltumoren, ausgezeichnet, wie die US-Initiative mitteilt.

Bei etwa acht von 100.000 Einwohnern werde die Krankheit pro Jahr in Europa und den USA diagnostiziert.

Ebenfalls gewonnen haben laut MCRI Forscher des John Hopkins Sidney Kimmel Comprehensive Cancer Center in Baltimore.

Mehr Priorität in der Forschung

Die beiden Forscherteams erhalten in den nächsten zwei Jahren der MCRI zufolge Finanzhilfen von bis zu 500.000 US-Dollar. Die Initiative will dem Hochrisiko-Myelom damit zu einer höheren Priorität in der Forschung verhelfen: "Neue und radikal unterschiedliche Behandlungsansätze sind nötig", betont Dr. Rafael Fonseca vom Klinikum Mayo Scottsdale und Mitglied des MCRI Gremiums. Solche Ansätze seien die der prämierten Forscherteams.

Entwickelt worden seien Methoden zur Modifikation der Immunsystemzellen im Blut und im Knochenmark zur Entwicklung einer personalisierten Immuntherapie für Myelompatienten mit schlechter Prognose.

Die von den Würzburger Forschern entwickelte Therapie könne gar eine Einmalbehandlung sein, die ohne Transplantation und Chemotherapie durchgeführt werden könne, heißt es. Ermöglicht würden solche Entwicklungen auch durch das spezielle Crowdsourcingmodell, das Menschen weltweit über das Internet zusammenbringe.

Die Myelom Crowd Forschungsinitiative sei eine Crowdsourcing Kooperation, die Patienten und klinische Forscher zur Auswahl und Finanzierung von Forschungsprojekten zusammenbringe. Nach diesem Zusammenschluss solle es möglich werden, Therapie-Innovationen möglichst schnell zu identifizieren.

In Deutschland stecken solche Crowd-Modelle für den Gesundheitsbereich noch in den Kinderschuhen. Von derzeit etwa mehr als 100 Plattformen für beispielsweise Crowdinvesting ist derzeit nach eigenen Angaben nur das Internetportal aescuvest aus Frankfurt am Main auf den Bereich Medizin spezialisiert.

Auf der Online-Plattform suchen demnach junge Unternehmen nach Geldgebern für ihre Projekte, darunter auch Ärzte. (mh)

Weitere Informationen unter www.myelomacrowd.org

Mehr zum Thema

Brandenburg

Elbe-Elster: Teilschließungen vom Tisch

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Krankenhausreformen

Showdown im Vermittlungsausschuss zu Lauterbachs Transparenzgesetz

Freitag Abstimmung im Bundestag

Gesundheitsausschuss stimmt Cannabis-Freigabe zu

Diagnostik- und Therapieempfehlungen

Schweres Gepäck bei Oberflächenthrombosen

Lesetipps
Mit ihren Erfahrungen seien Krebspatienten als gleichwertige Partner in der Forschung anzusehen, sie seien deshalb in diese mit einzubeziehen, forderte Kongresspräsident Professor Reinhard Büttner bei der Eröffnung des DKK 2024.

© Peter-Paul Weiler

Eröffnung des DKK 2024

Appell beim Krebskongress: Patienten stärker in die Forschung einbeziehen!

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Während der Eröffnungspressekonferenz zum DKK 2024 sprachen PD Dr. Yuri Tolkach (v.l.), Prof. Reinhard Büttner, Bärbel Söhlke, Prof. Michael Ghadimi und Gerd Nettekoven zu dem Motto „Fortschritt gemeinsam gestalten“. 

© Peter-Paul Weiler

Neues aus der Krebsversorgung

Pathologe Tolkach: „Wir werden mit KI-Algorithmen präziser und objektiver“

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
 Auf therapeutischer Seite lohnt der Blick in Richtung Mikrobiom deswegen, weil es Einfluss nehmen kann auf die Effektivität bzw. die Toxizität einer Krebstherapie.

© © maxrosoftig / stock.adobe.com

Einfluss von Bakterien & Co

Mikrobiom und Krebs – viel Hoffnung, noch mehr Fragezeichen

Kooperation | In Kooperation mit: Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe