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Fresenius will im Klinikgeschäft weiter zukaufen

Nachdem 2009 erheblich weniger kommunale Krankenhäuser zur Privatisierung angeboten wurden als in den Vorjahren, rechnet Fresenius jetzt wieder mit mehr Gelegenheiten, das eigene Klinikportfolio auszubauen.

Christoph WinnatVon Christoph Winnat Veröffentlicht:

BAD HOMBURG. "2009 war ein außerordentlich ruhiges Jahr, doch inzwischen gibt es wieder rund ein halbes Dutzend Projekte auf dem Markt", sagte Fresenius-Chef Dr. Ulf Schneider am Mittwoch bei Bekanntgabe der Bilanzzahlen. Dank der angespannten öffentlichen Haushaltslage rechne er jetzt wieder mit einer deutlichen Zunahme der Privatisierungen. Und Fresenius sei gewillt, im stationären Bettenmarkt durch Akquisitionen zu expandieren.

2001 debütierte der Healthcare-Konzern mit der Übernahme der Wittgensteiner Kliniken AG unter den privaten Krankenhausbetreibern. Vier Jahre später kam die Klinikgruppe Helios dazu. Inzwischen steuern die mehr als 33 000 Mitarbeiter der 61 eigene Häuser umfassenden Sparte "Fresenius Helios" 17 Prozent zum Konzernumsatz bei. Mit veröffentlichten Qualitätsberichten gilt Helios zudem als Treiber des Leistungswettbewerbs unter den Kliniken. Im laufenden Geschäftsjahr will Fresenius in dieser Sparte ein organisches Umsatzwachstum zwischen drei und fünf Prozent sowie einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von maximal 230 Millionen Euro erreichen. 2009 stiegen der Spartenerlös um 14 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro.

Insgesamt plant der Konzern, dieses Jahr zwischen sieben und neun Prozent mehr umzusetzen als 2009 und seinen Nettogewinn bereinigt um Währungseffekte acht bis zehn Prozent zu erhöhen. Besonders gut soll sich die Sparte Kabi entwickeln, die 2009 etwas unter Verzögerungen bei der Zulassung intravenöser Generika in den USA zu leiden hatte. Mit der größten Sparte, der Dax-geführten Dialyse-Linie FMC, sollen erstmals mehr als 12 Milliarden US-Dollar (8,7 Mrd. Euro) erlöst werden.

Fresenius SE - die vier Unternehmenssparten

Fresenius SE ist ein weltweit tätiges Gesundheitsunternehmen mit Sitz in Bad Homburg. Der Konzern ist in vier Sparten gegliedert (in Klammern jeweils Umsatz 2009, Veränderung zu 2008)

Fresenius Medical Care (FMC): Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit chronischem Nierenversagen. (11,,3 Milliarden Dollar (8,3 Milliarden Euro) , +  6 %)

Fresenius Kabi: Anbieter von Infusions- und Ernährungstherapien (3,1 Milliarden Euro, + 24 %)

Fresenius Helios: private Klinikgruppe ist mit 62 eigenen Krankenhäusern (2,4 Milliarden Euro, + 14 %)

Fresenius Vamed: Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Einrichtungen (618 Millionen Euro, +18 %)

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