Marktanalyse

Für Cannabis-Anleger ist Musik drin

Konsumentennachfrage in Kanada und Kalifornien wird Cannabisproduzenten mittelfristig zweistellige Milliardenumsätze bescheren, prognostizieren US-Analysten.

Veröffentlicht: 19.10.2018, 08:17 Uhr

BOULDER, CO. Mit der seit Mittwoch in Kanada geltenden generellen Cannabis-Freigabe erhält der legale Markt für psychoaktive Hanfpräparate einen kräftigen Schub. Nach Ansicht des in Boulder, im US-Bundesstaat Colorado ansässigen Marktforschers BDS Analytics wird der Umsatz im weltweiten legalen Cannabismarkt bis 2022 von voraussichtlich in diesem Jahr 13 Milliarden Dollar auf dann rund 32 Milliarden zulegen. Das entspreche einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum (CAGR) um die 27,5 Prozent, rechnet BDS vor, die sich auf das Cannabis-Thema spezialisiert hat.

Allein in den USA würden sich die legalen Verkäufe von voraussichtlich elf Milliarden Dollar in diesem Jahr auf 23,4 Milliarden (in 2022) mehr als verdoppeln. Dem kanadischen Markt wird im Prognosezeitraum eine Vervierfachung von 1,3 Milliarden Dollar auf 5,5 Milliarden vorausgesagt, getrieben hauptsächlich von stetig zunehmendem Entspannungskonsum. Kanadas Ausgaben für medizinisches Cannabis würden dagegen bis 2022 bei rund einer halben Milliarde Dollar pro anno stagnieren.

Die aktuelle Gesamtmarkterwartung fuße auf einer zurückhaltenden Schätzung weiterer Liberalisierungsbestrebungen, heißt es. Jedenfalls werde mit keinerlei weiteren Vollfreigabe des Cannabiskonsums für Erwachsene kalkuliert. Kanada ist nach Uruguay erst das zweite Land, das Marihuana-Anbau und -Verkauf vollständig legalisiert hat.

In den USA sind Anbau und Handel aber in einigen Bundesstaaten – bis dato neun – uneingeschränkt erlaubt, in anderen zu medizinischen Zwecken freigegeben oder zumindest entkriminalisiert. Für den "Rest der Welt" sagt BDS eine Verfünffachung der Cannabisverkäufe bis 2022 voraus (von 0,6 Milliarden in 2018 auf 3,1 Milliarden Dollar).

Die größten Impulse auf das Marktwachstum werden laut BDS in den kommenden Jahren vom Haschisch-Konsum in Kalifornien und Kanada ausgehen. In Kalifornien ist die Droge seit Anfang dieses Jahres freigegeben.

Zustimmung fände der politische Abschied von der Marihuana-Diskriminierung in Nordamerika jedenfalls mehrheitlich, wollen die Analysten ermittelt haben. 80 Prozent der Bevölkerung in Kanada und den USA würden eine eingeschränkte oder auch volle Freigabe befürworten. Und 64 Prozent der erwachsenen US-Verbraucher konzedierten einen therapeutischen Cannabis-Nutzen, wobei die medizinische Akzeptanz in denjenigen US-Bundesstaaten, die bereits eine eingeschränkte oder volle Freigabe praktizieren, mit im Schnitt 88 Prozent noch weit höher ausfällt.

In Kanada seien 57 Prozent der erwachsenen Verbraucher der Ansicht, dass Cannabis auch einen medizinischen Nutzen habe. (cw)

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