Marktanalyse

Für Cannabis-Anleger ist Musik drin

Konsumentennachfrage in Kanada und Kalifornien wird Cannabisproduzenten mittelfristig zweistellige Milliardenumsätze bescheren, prognostizieren US-Analysten.

Veröffentlicht:

BOULDER, CO. Mit der seit Mittwoch in Kanada geltenden generellen Cannabis-Freigabe erhält der legale Markt für psychoaktive Hanfpräparate einen kräftigen Schub. Nach Ansicht des in Boulder, im US-Bundesstaat Colorado ansässigen Marktforschers BDS Analytics wird der Umsatz im weltweiten legalen Cannabismarkt bis 2022 von voraussichtlich in diesem Jahr 13 Milliarden Dollar auf dann rund 32 Milliarden zulegen. Das entspreche einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum (CAGR) um die 27,5 Prozent, rechnet BDS vor, die sich auf das Cannabis-Thema spezialisiert hat.

Allein in den USA würden sich die legalen Verkäufe von voraussichtlich elf Milliarden Dollar in diesem Jahr auf 23,4 Milliarden (in 2022) mehr als verdoppeln. Dem kanadischen Markt wird im Prognosezeitraum eine Vervierfachung von 1,3 Milliarden Dollar auf 5,5 Milliarden vorausgesagt, getrieben hauptsächlich von stetig zunehmendem Entspannungskonsum. Kanadas Ausgaben für medizinisches Cannabis würden dagegen bis 2022 bei rund einer halben Milliarde Dollar pro anno stagnieren.

Die aktuelle Gesamtmarkterwartung fuße auf einer zurückhaltenden Schätzung weiterer Liberalisierungsbestrebungen, heißt es. Jedenfalls werde mit keinerlei weiteren Vollfreigabe des Cannabiskonsums für Erwachsene kalkuliert. Kanada ist nach Uruguay erst das zweite Land, das Marihuana-Anbau und -Verkauf vollständig legalisiert hat.

In den USA sind Anbau und Handel aber in einigen Bundesstaaten – bis dato neun – uneingeschränkt erlaubt, in anderen zu medizinischen Zwecken freigegeben oder zumindest entkriminalisiert. Für den "Rest der Welt" sagt BDS eine Verfünffachung der Cannabisverkäufe bis 2022 voraus (von 0,6 Milliarden in 2018 auf 3,1 Milliarden Dollar).

Die größten Impulse auf das Marktwachstum werden laut BDS in den kommenden Jahren vom Haschisch-Konsum in Kalifornien und Kanada ausgehen. In Kalifornien ist die Droge seit Anfang dieses Jahres freigegeben.

Zustimmung fände der politische Abschied von der Marihuana-Diskriminierung in Nordamerika jedenfalls mehrheitlich, wollen die Analysten ermittelt haben. 80 Prozent der Bevölkerung in Kanada und den USA würden eine eingeschränkte oder auch volle Freigabe befürworten. Und 64 Prozent der erwachsenen US-Verbraucher konzedierten einen therapeutischen Cannabis-Nutzen, wobei die medizinische Akzeptanz in denjenigen US-Bundesstaaten, die bereits eine eingeschränkte oder volle Freigabe praktizieren, mit im Schnitt 88 Prozent noch weit höher ausfällt.

In Kanada seien 57 Prozent der erwachsenen Verbraucher der Ansicht, dass Cannabis auch einen medizinischen Nutzen habe. (cw)

Mehr zum Thema

Kapitalanlage

Immer mehr Deutsche mit Aktienbesitz

Das könnte Sie auch interessieren
Sie können die Anzahl an Impfanfragen kaum bewältigen?

© Doctolib

Digitales Impfmanagement

Sie können die Anzahl an Impfanfragen kaum bewältigen?

Anzeige | Doctolib GmbH
Tipps und Umsetzungshilfen für ein optimales Impfmanagement

© Doctolib / Corporate Design

Kostenloser Ratgeber

Tipps und Umsetzungshilfen für ein optimales Impfmanagement

Anzeige | Doctolib GmbH
50% Rabatt auf das digitale Impfmanagement von Doctolib

© Doctolib / Corporate Design

Exklusives Angebot

50% Rabatt auf das digitale Impfmanagement von Doctolib

Anzeige | Doctolib GmbH
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

© [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

© UK Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
„Die HzV ist der beste Rettungsschirm!“: Hausärzteverbandschef Ulrich Weigeldt.

© Marius Becker / dpa / picture alliance

42. Deutscher Hausärztetag

Weigeldt: „Bitte keine Änderung an Paragraf 73b!“

Auch wer bei der Arbeit zwangsläufig den ganzen Tag am Computer sitzt, braucht wohl nicht befürchten, dass dies Netzhautschäden hervorruft.

© LVDESIGN / stock.adobe.com

„Mythos Blaulicht“

Augenschäden durch Bildschirmarbeit ist mehr Mythos als Realität