Direkt zum Inhaltsbereich

Bayern

Geburtshelfer trainieren den Notfall

Eine Maschine simuliert Notfälle von Mutter und Kind bei der Geburt. Das verbessert die Kommunikation im Kreißsaal.

Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Um dramatische Situationen während einer Geburt besser meistern zu können, haben mehrere Institutionen und Organisationen ein Pilotprojekt gestartet, bei dem die Zusammenarbeit von Geburtshilfe-Teams im Kreißsaal unter Stressbedingungen systematisch trainiert wird.

Das Projekt mit dem Namen simparteam wurde 2011 gestartet und im vergangenen Jahr an sieben Krankenhäusern in Bayern evaluiert.

Die ersten Ergebnisse einer Zwischenauswertung ergaben, dass sich die effektive Kommunikation bei allen Berufsgruppen im Kreißsaal gerade in Stresssituationen verbessert hat, berichtete Dr. Ingeborg Singer vom MDK Bayern kürzlich in München. Auch das frühe Erkennen von kritischen Situationen sei durch das Training besser geworden.

Hintergrund der Initiative ist eine systematische Analyse von über 800 Schadensfällen in der Geburtshilfe durch eine Arbeitsgruppe des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS). Diese hatte ergeben, dass bei Notfallsituationen im Kreißsaal bestimmte meist durch Missverständnisse verursachte Fehler gehäuft auftreten, berichtete Singer.

Auch fehle es zum Teil an standardisierten Verfahrensabläufen für das Geburtshilfe-Team. Und immer wieder würden im Nachhinein fehlende Konsequenzen aus den Aufzeichnungen von Wehenschreibern bemängelt.

Im Projekt simparteam üben alle für einen geburtshilflichen Notfall infrage kommenden Berufsgruppen einer Klinik an einem Mutter-Kind-Simulator. "Mit der computergesteuerten Nachbildung einer Gebärenden und ihres Babys konnten die Notfallszenarien lebensecht nachgestellt und von den Teilnehmern in ihren eigenen Klinikräumen auch so erlebt werden", erläuterte Singer.

In einzelnen Szenarien, die etwa 15 bis 20 Minuten dauern, werden klassische geburtshilfliche Notfälle wie eine schwere Blutung der Mutter simuliert.

Nach dem Training wird das Geschehen im Kreißsaal anhand der Videoaufzeichnungen analysiert, wobei ein besonderes auf die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen geachtet wird.

Die am Projekt beteiligten Organisationen, darunter unter anderem die AOK Bayern, der Deutsche Hebammenverband und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, streben jetzt an, simparteam-Trainings möglichst flächendeckend in Fortbildungsprogrammen zu etablieren und Kliniken dafür zu interessieren. (sto)

Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Podcast Dr. Nele Frerksen-Kirschner

© Porträt: Dr. Nele Freerksen-Kirschner, Universitätsklinik Aachen | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wechseljahresbeschwerden individuell behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gedeon Richter Pharma GmbH, Köln
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Tests für die Diagnostik

Akuter Kreuzschmerz: Tipps für ein pragmatisches Vorgehen in der Praxis

Lesetipps
Ins Fitnessstudie statt zum Geburtstag der Oma: Wer eine starke Verpflichtung spürt, Sport zu treiben, könnte eine Muskeldysmorphie haben.

© ME Image / Stock.adobe.com

Krafttraining bis zur Erschöpfung

„Adonis-Komplex“: Was Ärzte beim Verdacht auf Muskeldysmorphie tun können

Ein Hund streckt seine Zunge raus

© gismo2015 / Stock.adobe.com

Haustiere

Kasuistik: Was passieren kann, wenn der Hund die Wunde ableckt