Kommentar zum WKK-Projekt

Geräuschlose Kooperation?

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:

China - das Land fortwährender Träume! Auch vor dem Kliniksektor macht die Kooperationsfreudigkeit beider Länder nicht Halt. Im Prinzip ist das auch gut so. So hat das Westküstenklinikum (WKK) Heide in Dithmarschen ein Kooperationsabkommen mit einer südchinesischen Klinik geschlossen. Vereinbart wurde unter anderem die Kooperation bei der Ärzteausbildung sowie die Beratung beim Aufbau einer Klinik in Guilin.

Die Realität ist - vor allem bei Prestige-Projekten? - zum Teil ernüchternd. Symbolisch für die vertrackte Situation und lange Anlaufzeiten bei deutsch-chinesischen Vorzeige-Vorhaben ist der 100-Millionen-Euro-Bau des Chinesisch-Deutschen Freundschafts-Krankenhaus in Shanghai, dessen Baustart erst nach fast einem Jahrzehnt bürokratischen Hin und Hers erfolgte. Dabei hatten alle Beteiligten immer wieder beteuert, wie wichtig das Projekt für die Freundschaft beider Länder sei.

Dass es überhaupt auf dem Gelände der Tongji-Universität, die 1907 von dem Arzt Dr. Erich Paulun als deutsche Medizinschule gegründet worden war, etwas wurde, hing sicher mit exzellenten Beziehungen von Siemens zu lokalen und nationalen Regierungsstellen zusammen.

Es ist zu hoffen, dass es beim WKK-Projekt mehr flutscht als hakt.

Lesen Sie dazu auch: Westküstenklinikum: Schulterschluss mit Klinik in Südchina

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