Bildung in Brandenburg

Gesundheitscampus nimmt Formen an

Brandenburg setzt auf gesundheitswissenschaftliches Know-how. Der Landtag hat dem Aufbau einer einrichtungsübergreifenden Fakultät zugestimmt.

Von Angela MisslbeckAngela Misslbeck Veröffentlicht:

POTSDAM. Der Landtag von Brandenburg hat grünes Licht für den Aufbau des Gesundheitscampus gegeben, der Universitäten, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Brandenburg vernetzen soll.

Mit Beschluss von Ende April begrüßt das Landesparlament ausdrücklich die Errichtung einer gemeinsamen Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Potsdam, der privaten Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU).

Spezifische Bedarfe berücksichtigt

"Mit der neuen gemeinsamen Fakultät haben wir die richtige Konstruktion gefunden, um den Gesundheitscampus Brandenburg institutionell zu unterlegen und eine solide Grundlage für international wettbewerbsfähige Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Gesundheitswissenschaften zu schaffen", meint der Präsident der Universität Potsdam Professor Oliver Günther.

Die Fakultät steht nach seinen Angaben komplementär zu den Angeboten der Berliner Uniklinik Charité und berücksichtige die spezifischen Bedarfe des Flächenlandes Brandenburg.

Die neue Fakultät soll laut Beschluss mit 16 zusätzlichen Professuren die vorhandenen Forschungsschwerpunkte im Land stärken und ergänzen. Ziel sei es, "damit einen Beitrag zu einer besseren gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung im Land Brandenburg zu leisten", so der Beschluss.

Der Landtag begrüßte auch das Forschungs- und Entwicklungskonzept des Wissenschaftsministeriums. Zum inhaltlichen Schwerpunkt "Medizin und Gesundheit des Alterns" sind derzeit sowohl patientenorientierte Grundlagenforschung, Versorgungsforschung als auch translationale Forschung geplant.

"Neue Chancen für die Fachkräftesicherung"

"Durch die Vernetzung von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Kliniken im Gesundheitscampus entsteht nicht nur ein in dieser Form einmaliges Netzwerk in Deutschland – es ergeben sich auch neue Chancen für die Fachkräftesicherung und die medizinische und pflegerische Versorgung im Flächenland Brandenburg sowie für die weitere Stärkung der Wissenschafts- und Forschungslandschaft im Gesundheitsbereich", so die Brandenburgische Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD).

Laut Ministerium wird auch ein Netzwerk aus Kliniken in den Campus eingebunden. Ein Wissenschaftlicher Beirat begleitet den Aufbauprozess.

Dem Personalkonzept des Ministeriums zufolge kann die MHB bis zu vier Professuren über den Gesundheitscampus berufen. Der privaten Hochschule kommt im Campus die Aufgabe zu, eine enge Verzahnung klinisch tätiger Professoren mit Forschern der medizinischen Grundlagenfächer zu ermöglichen. Im Doppelhaushalt 2019/2020 würden dafür bis zu 1,6 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt.

Um die Vernetzung der Trägerinstitutionen voranzubringen, fördert die Brandenburgische Landesregierung bereits seit März 2017 drei Verbundvorhaben der am Campus beteiligten Forschungseinrichtungen in einer Pilotphase.

Drittmittel in Zukunft eine Option

Die ersten Professuren sollen noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden. Rund 3,4 Millionen Euro stellt das Land dafür 2018 bereit. Ab 2019 fließen nach Angaben des Wissenschaftsministeriums insgesamt 6,6 Millionen Euro jährlich in den Gesundheitscampus. Perspektivisch soll er auch Drittmittel einwerben.

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