Medizintechnik

Hoher Zuwachs bei chinesischen Patenten

Das Europäische Patentamt verzeichnet eine verstärkte Aktivität chinesischer Medizintechnikanbieter.

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MÜNCHEN / PEKING.Die Patentanmeldungen chinesischer Medizintechnikanbieter beim Europäischen Patentamt (EPA) in München verzeichneten im Zeitraum 2005 bis 2014 eine jährliche Wachstumsrate von 23,5 Prozent - bezogen auf die übrigen Staaten war in der Dekade ein jährlicher Anstieg um 4,4 Prozent zu verzeichnen.

Das zeigen Statistiken, die das EPA anlässlich der 30-jährigen Zusammenarbeit mit dem staatlichen Amt für geistiges Eigentum der Volksrepublik China (SIPO) in Peking veröffentlicht hat.

Wie Pressesprecher Rainer Osterwalder auf Nachfrage der "Ärzte Zeitung" erläutert, lässt sich mit dieser Zahl aber nicht unbedingt der Stand der Patentanmeldungen im Bereich Medizintechnik vollumfänglich abbilden.

Denn je nach Logik und Systematik einer Erfindung könne zum Beispiel ein innovatives Display eines medizinischen Diagnostikgerätes dem Sektor Digitale Kommunikation zugeordnet werden, obwohl es seine Anwendung im medizintechnischen Bereich finde.

Wie Osterwalder weiter betont, liege der Fokus der chinesischen Patentanmelder beim EPA in erster Linie auf der Digitalen Kommunikation mit 32,1 Prozent.

Die Medizintechnikpatente kämen hier gerade einmal auf einen Anteil von 2,6 Prozent. Zum Vergleich: Der Anteil der Medizintechnikpatente über alle restlichen Staaten gemittelt, kommt laut EPA-Statistik auf 7,5 Prozent.

Die chinabezogenen Zahlen spiegeln dennoch den Trend wieder, den das Reich der Mitte vor wenigen Monaten vorgegeben hat.

Neuer Masterplan "Made in China 2025"

China will künftig zum Beispiel stärker am Marktgeschehen im innovativen - und damit patentrelevanten - Segment der Medizinroboter teilhaben. Um seine Industrie umfassend aufzuwerten, setzt Peking auf den Masterplan "Made in China 2025".

Platzhirsch bei den Patentanmeldungen chinesischer Unternehmen beim EPA war 2014 der auf Kommunikationstechnik spezialisierte Konzern Huawei.

Dieser hatte erst vor Kurzem für Aufsehen in der Healthcare-Szene gesorgt, da er nach eigenen Angaben mit der Universitätsklinik Groningen eine erweiterte Kooperationsvereinbarung unterzeichnet hat und damit die Zusammenarbeit im Bereich intelligentes Gesundheitswesen (Smart Healthcare) vertieft.

Zusammen mit der Stadt Groningen sollen einer trilateralen Absichtserklärung folgend gemeinsam Smart City-Konzepte ausgearbeitet werden.

Platz 20 der chinesischen Patentanmelder beim EPA teilten sich 2014 Baoshan Iron & Steel, Spreadtrum Communications und Wonderland Nursery Goods - mit jeweils 15 Patentanmeldungen. (maw)

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